Austellung im Nidwaldner Museum in der Schweiz

1. November 2011, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Schweiz zeigt Grimm-Objekt

1997 schuf der Hünxer Künstler Altred Grimm ein Großobjekt, das bisher noch nicht den Weg in eine Galerie oder ein Museum fand: „Christi Grablegung“. Demnächst ist es in einer Gemeinschaftsausstellung in der Schweiz zu sehen.

VON RALF SCHREINER

DINSLAKEN Das Objekt reflektiert den Tod Christi nicht als historisches Ereignis, sondern als Geschehen in unserer Zeit. Das Grab ist keine tiefe Höhle mehr, deren Öffnung mit rundem, rollbarem Verschlussstein versperrt wird. Und die drei Frauen suchen Christus nicht mehr in naturnaher Umgebung, sondern im Leichenschauhaus.

„Kunst, Kommerz und Heilige“

Klinische Gegenstände wie Napf mit Blut und drei Nägeln, Wischer und Wassereimer mit Inhalt, Apparaturen und Brause ergänzen und vervollständigen die Szene zu einem sterilen, kalten und nüchternen – aber religiös begründetem – Pathologieereignis. Blinkt dann noch Warnlicht auf, beleuchtet eine kalt strahlende Lampe das Objekt und ertönt Musik aus dem Lautsprecher, „wird eine packende Wirkung auf den Betrachter nicht ausbleiben“, sagt Alfred Grimm.

Hautnah erleben können das ab Mitte November die Museumsbesucher im Nidwaldner Museum in Stans in der Schweiz. Nach Ausstellungen in den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich wird dies die vierte ausländische Ausstellungsbeteiligung mit Werken von Alfred Grimm in Europa sein. „Ich war sehr überrascht, als ich eine Anfrage aus dem Schweizer Museum erhielt. Im Winkelriedhaus wird die Ausstellung «Kunst, Kommerz und Heilige» gezeigt werden, ich kann dort mit sieben Schweizern Künstlerinnen und Künstlern ausstellen und insgesamt fünf Kruzifixobjekte präsentieren.“

Kruzifix-Objekte

Alfred Grimm ist überzeugt, dass dies eine sehr spannende Sache werden kann. Vier dieser Objekte waren bereits 2007 in seiner Dinslakener Einzelausstellung. „Serien.Folgen.Reihen“ im Museum Voswinckelshof zu sehen: „Lied 63, neu gesungen“, „Theologische Einheitssuppe“, „Römischer Sport“ und „Wissenschaftschristus – geklont“. Für das Objekt „Christi Grablegung“ (Maße 1,80 mal 1 mal 0,75 Meter) wird es in Stans eine Ausstellungspremiere geben.

Auf dem Weg in die Schweiz

Alle Objekte wurden inzwischen verpackt, die komplizierten Zollformalitäten werden noch geklärt, bevor sich die Kunst aus Bruckhausen auf dem Weg in die Schweiz macht. Die Ausstellung endet im Februar 2012.

INFO

Zwei Ausstellungen

„Kunst, Kommerz und Heilige“, Stans/Schweiz, Winkelriedhaus: Eröffnung: Samstag, 12. November, 17 Uhr.

„Ein schönes Stück Deutschland“ Zum 20-jährigen Bestehen hat das Kunstkabinett Hespert Alfred Grimm zu einer Einzelausstellung mit einer Auswahl aus seinen „Tortenstücken“ sowie malerischen Arbeiten eingeladen. Eröffnung: Sonntag, 20. November.