Kruzifixe

27. November 2006, NRZ » Originalartikel öffnen

Die Krux mit Grimms Kreuzen

Seit 20 Jahren regt der Künstler mit seinen Objekten zum Nachdenken an. Für „Kunst macht Geschichte“ entstanden zwei neue

Bettina Schack

Dinslaken. Steuern kann er seine künstlerischen Einfälle nicht. Doch dann ist es ein Bild, ein Traum im Halbschlaf oder ein beiläufiges Wort, das Alfred Grimm zupacken lässt. Zu Holz und Metall, zu Pinsel und Acryl, zu den tausenden von Fundstücken, die er in seinem Atelier in langen Regalreihen verwahrt. Dann entstehen Tortenstücke und Autounfälle, Grimms Mädchen oder Grimms Kruzifixe. Kreuze, an denen sich die Geister scheiden, provokant, anders und engagiert. Unbequeme Kunst für ein unbequemes Christentum, bohrende Stachel gegen die Verletzungen von Menschlichkeit. Der Ausgangspunkt für Grimms Kruzifixe ist der von Menschen erniedrigte, zum Tode verurteilte Mensch.

Ein Heiligenschein aus Patronenhülsen

Ein Heiligenschein aus Patronenhülsen, ein Christus im Müll. Blasphemisch? Schockierend? Oder Kunst, die mit Sehgewohnheiten bricht, aufrüttelt und zum Nachdenken anregt? Vor zwanzig Jahren, im April 1990, lud Pfarrer Ronny Schneider Alfred Grimm ein, erstmals 13 seiner Kruzifixe öffentlich zu zeigen. „Es ist ein großes Wagnis gewesen“, sagt der Künstler heute über die Entscheidung des Pastors für die Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche. Die kontroversen Einträge im Gästebuch geben davon Zeugnis.

Genau diese Art Widerspruch ist es, was Grimm als Künstler braucht. „Es war, als hätte man das Blättchen einer Granate aktiviert“, erklärt er heute in seiner temperamentvollen Art. „Das Ding ging los: eine richtige Initialzündung“.

Zwanzig Jahre später listet Alfred Grimm an die 70 Kruzifix-Objekte auf. Nun sind zwei neue entstanden, Ende offen. Inspirationsquelle dieses Mal war ein Text mit einem der Grimmschen Herangehensweise ganz ähnlich veränderten Blickwinkel. Interessant: dieser Text war wiederum von einem Bild inspiriert.

Für die Ausstellung „Dinslaken – Kunst macht Geschichte“, in der vom 12. Dezember an 15 Künstler und Autoren aus Dinslaken ihre persönlichen Auseinandersetzungen mit historischen Fotos aus dem Stadtarchiv präsentieren, hat Martina Weinem eine Kurzgeschichte über das Hagelkreuz in Eppinghoven geschrieben. Christus am Kreuz spricht als Ich-Erzähler. Bei Wind und Wetter hänge er kaum bekleidet am Straßenrand, nur ein Schuljunge hätte Mitleid und Fantasie, wärme ihn mit einem Mantel und träume davon, ihn auf einen Kaffee einzuladen. „Ich war unbekleidet, ihr habt mir Kleidung gegeben, ich war gefangen, ihr habt mich besucht“, heißt es im Evangelium, „Nein“, sagt Martina Weinem, sie sei nicht bibelfest, kenne die Worte Jesu „was ihr an einen der Geringsten getan habt, habt ihr mir selbst getan“, nicht. Der Mensch am Kreuz habe sie einfach als Mensch berührt.

Und Grimm packte die Geschichte. Für die Ausstellung schuf er ein dem vorgegeben Format 60 × 80 Zentimeter entsprechendes Objektbild und ein zwei Meter hohes Kruzifix-Objekt.

Keine Ausstellung in katholischen Kirchen

Grimms Kruzifix in einer Gemeinschaftsausstellung. 21 Einzelausstellungen widmeten sich zwischen 1990 und 2003 dem Thema. Immer wieder waren Kirchen die Ausstellungsorte. „Aber nie waren es katholische“, stellt Grimm bedauernd fest. Drei Kirchen kauften Kruzifixe an, darunter die „Arche“ in Bruckhausen. Demgegenüber stehen vier Schulbuchverlage, die Kruzifixe von Grimm zum Aufhänger von Aufgaben machten.

Die Provokation schreckt halt doch, solange „Beuys-Schüler“ in Gästebüchern tatsächlich als Schmähung auftaucht. Für seinen „Aufnehmerchristus“, eine Christusfigur am Besenstil mit Wischmopp, „der den ganzen Dreck der Welt wegwischt“ habe ihn ein Presbyter in Koblenz beinahe wegen Blasphemie angezeigt, erzählt Grimm mit Bedauern, dass es nicht zum Rechtsstreit um die Kunst kam.

Irgendwann kommt halt die Aussage an. Wie bei Grimms Lieblingsobjekt „Christus in der Gosse“. In der Dinslakener Ausstellung 1990 wurde die Installation eines Kruzifixes im Dreck am Rand eines Gullideckels nicht gezeigt. Etwas später machte es die Hiesfelder Pfarrerin Lore Sagel zum Gegenstand einer Osterpredigt.

Die Ausstellung „Kunst macht Geschichte“

Die Ausstellung „Dinslaken – Kunst macht Geschichte“ im Museum Voswinckelshof wird am Sonntag, 12. Dezember, um 11 Uhr eröffnet.

Beteiligt an der künstlerischen Auseinandersetzung mit historischem Material aus dem Stadtarchiv Dinslaken in Wort und Bild sind Udo Buschmann, Annette Brands, Gudrun Bröckerhoff, Jess Geiger, Barbara Grimm, Alfred Grimm, Ingrid Hassmann, Asmaa Mengesha, Martina Reimann, Walburga Schild-Griesbeck, Marco Schmidt, Jutta Ulrich, Martina Weinem, Ruth Wendt und Margret Zehrfeld.

26. November 2006, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Frühstück für Christus

Manche bezeichnen Alfred Grimms Kruzifix-Objekte als mutige Kunst. Andere nennen sie abstoßend und gotteslästerlich. Erstmals zu sehen waren 13 Arbeiten 1990 in der Stadtkirche. Die Serie ist gewachsen. Das 70. Werk heißt „Hagelkreuzobjekt“ und steht demnächst im Museum Voswinckelshof.

Von Ralf Schreiner

Dinslaken/Hünxe Ein kahler Baum, ein leeres Holzkreuz. Davor ein Junge. Er hat die Christusfigur abgenommen und hält sie in seinen Armen. Neben ihm ein Hocker. Darauf ein Brötchen, eine Kaffeetasse und eine Jacke. Der Gottessohn soll beim Frühstück nicht frieren. „Hagelkreuzobjekt“ nennt Alfred Grimm seine neue Kruzifixvariation. Sie erzählt eine rührende Geschichte.

Geschrieben hat sie Martina Weinem (siehe nebenstehender Text). Die Dinslakener Sozialwissenschaftlerin und freie Autorin berichtet darin von Christus, der an einem Kreuz am Straßenrand hängt und über einen Jungen nachdenkt, der ihn jeden Tag besucht. Das Kind hat Mitleid mit dem halb nackten Mann. Es bringt ihm einen Mantel, ein heißes Getränk und etwas zu essen.

„Die Geschichte hat mich sofort auf eine Idee gebracht“, sagt Alfred Grimm. Die steht nun als raumgreifendes Kunstobjekt in seinem Atelier in Bruckhausen und wartet auf den Transport ins Museum Voswinckelshof. Dort ist das Werk – gemeinsam mit einem Objektbild, in dem Grimm dasselbe Thema in Acryl auf Leinwand variiert – ab 12. Dezember in der Ausstellung „Kunst macht Geschichte(n)“ zu sehen.

„Pfui!“ in Sütterlinschrift

Das „Hagelkreuz“ gehört nicht zu den Kunstwerken, die dem Betrachter die Zornesröte ins Gesicht treiben. Es ist harmlos, irritiert nicht einmal. Das war bei früheren Kruzifixobjekten anders. Das „Pfui!“ in Sütterlinschrift, das ein erregter Ausstellungsbesucher dem Künstler vor 20 Jahren ins Gästebuch schrieb, hat Alfred Grimm bis heute nicht vergessen. Er hat die alte Kladde aufbewahrt. Sie enthält eine Vielzahl ähnlich abfälliger Kommentare. Wo immer Grimm seine Kruzifixobjekte ausgestellt hat, verstörten sie die Menschen, stießen ab oder verletzten religiöse Gefühle.

Das verwundert nicht. Alfred Grimm konfrontiert den Gekreuzigten konsequent mit den Themen unserer Zeit. Er schießt auf ihn, seziert ihn, dreht ihn durch den Fleischwolf und rührt ihn in die Suppe. Mal liegt Christus auf dem Hackklotz, mal unter der Brotmaschine oder auf dem Komposthaufen. Der Künstler verwendet für seine Variationsobjekte, die allesamt den Opfertod des Gottessohnes als barbarischen Akt darstellen, industriell gefertigte Kruzifixe. Ein Symbol christlichen Glaubens also, das in seiner Entfremdung für Irritationen sorgen soll und muss.

In einem Interview mit der Rheinischen Post hat Alfred Grimm einmal gesagt: „Ich habe bei meinen Kruzifixausstellungen Besucher erlebt, die hatten vor Erregung Schaum vor dem Mund und haben – unter Androhung einer Anzeige wegen Gotteslästerung – die sofortige Beseitigung bestimmter Kreuzobjekte verlangt. Das Ganze gipfelte in der Aussage: Das sei die ekelhafteste Ausstellung, die sie je gesehen hätten.“

„Ein ganz großes Wagnis“

Es gibt andere Stimmen. Die Kruzifixobjekte haben auch Lob und Anerkennung bekommen. Viele Menschen sind beeindruckt, auf welch vielfältige, ja einzigartige Weise es dem Künstler gelungen ist, ein so traditionsreiches Thema wie den Kreuzestod Christi zu interpretieren. Alfred Grimm erinnert sich gern an die erste Ausstellung in der evangelischen Stadtkirche in Dinslaken. Die Vernissage war am 8. April 1990, einem Palmsonntag.

Dass Pastor Ronny Schneider ihm damals das Gotteshaus zur Verfügung stellte, rechnet Grimm ihm bis heute hoch an. „Das war ein ganz großes Wagnis“, sagt der Künstler. Zugleich war die Ausstellung für den 67-jährigen so etwas wie eine Initialzündung. Immer neuen Ideen folgten immer neue Kruzifixobjekte. Die 1968 mit einem „Karfreitagobjekt“ begonnene Serie ist in den vergangenen 20 Jahren mächtig gewachsen. Mittlerweile umfasst sie 70 Objekte. Zwei davon hat der Künstler verschenkt, acht hat er verkauft – drei davon an Kirchen.

INFO

Kunst-Geschichte(n)

Auf der Grundlage von historischem Bildmaterial aus den Beständen des Stadtarchivs haben 15 Künstler das Thema „Kunst macht Geschichte(n)“ an Beispielen aus dieser Stadt in Bild und Wort interpretiert.

Es geht um die gute alte Zeit, beziehungsweise das, was man sich gemeinhin darunter vorstellt, um Dinslaken in Bilddokumenten aus der Epoche von 1870 bis 1945, genauer: um Momentaufnahmen jener Zeit. Der Blick in die Vergangenheit erkläre die Gegenwart und verweise auf Künftiges, heißt es bei den Ausstellungsmachern, zu denen Martina Reimann und Ingrid Hassmann aus Voerde gehören. Zwischen den teils verfremdeten Exponaten von Udo Buschmann, Annette Brands, Gudrun Bröckerhoff, Barbara und Alfred Grimm, Asmaa Menghesha, Martina Reimann, Walburga Schild-Griesbeck, Marco Schmidt und Margret Zehrfeld werden Papierfahnen hängen mit lyrischen Texten und Gesichten von Jess Geiger, Ingrid Hassmann, Jutta Ulrich, Martina Weinem und Ruth Wendt.

Die Ausstellung mit Begleitprogramm wird von Sonntag, 12. Dezember, bis 23. Januar kommenden Jahres laufen.

Foto 1

11. Februar 2006, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Man muss die Menschen aufregen

INTERVIEW Der Karikaturen-Streit wirft Fragen auf: Was darf Satire? Was darf Kunst? Alfred Grimm hat mit seiner Kunst oft Grenzen überschritten, auch die des guten Geschmacks. Ralf Schreiner sprach mit dem Künstler.

Ihre Kruzifix-Objekte haben, wo immer sie zu sehen waren, heftige Reaktionen hervorgerufen. Sie haben verstört, abgestoßen, religiöse Gefühle verletzt. Als Sie den „Laib Christi“ – ein in Brot gebackenes Kruzifix – im Vinzenz-Hospital röntgen ließen, war das Geschrei besonders groß. Beim Anblick einer Christusfigur auf dem Hackklotz hieß es: Gotteslästerung! Wie begegnen Sie solchen Vorwürfen?

Grimm Wenn man Schüler ist, oder als VHS-Mutti einen Malkurs belegt, dann malt man erst nur so vor sich hin, will Techniken erproben, malerische Übergänge vom Schatten zum Licht erzielen und ein schönes Bild malen. Im Laufe der Zeit vertieft und verbreitet sich dann das künstlerische Arbeitsfeld und da kann es sein, dass man dann Dinge macht, die bei anderen auf großen Unwillen oder echt empfundene Ablehnung stoßen. Dann beginnt der Kampf, dann steht das eigene Werk konträr zu den Erwartungen anderer Menschen. Ich habe bei meinen Kruzifixausstellungen Besucher erlebt, die hatten vor Erregung Schaum vor dem Mund und haben – unter Androhung einer Anzeige wegen Gotteslästerung – die sofortige Beseitigung bestimmter Kreuzobjekte verlangt und gipfelten das Ganze mit der Aussage: Das sei die ekelhafteste Ausstellung, die sie je gesehen hätten. Über den „eingemachten Christus“ war eine ganze Gruppe der Frauenhilfe hell empört. Für mich kam dieser Protest gerade für dieses kleine und bescheidene Objektchen völlig überraschend.

Aber Sie mögen Überraschungen.

Grimm Lege ich den Schwerpunkt auf das „Künstlerische“, dann ist die Frage ja in ein allgemeines, menschlich-positives System gerückt, dann darf man der Kunst keine Grenzen setzen und ich muss das machen, was ich für notwendig und erforderlich halte. Ich meine das so, wie es der Heilige Augustin sagt: „Dillige et quod vis vac.“ (Liebe, dann kannst du tun, was du willst). Es gibt andere radikalere Positionen, wie, wenn ich mich recht entsinne, Harald Szeemann, der schweizerische Ausstellungsmacher, sie einmal formuliert hat: Die Freiheit der Kunst muss sogar bis zu einem Mord gehen können, wenn dies der Entfaltung und der Arbeit des Künstlers notwendig dient. Das müsste man offen diskutieren.

Heißt das, Kunst muss sogar Grenzen überschreiten, um überhaupt ernst genommen zu werden?

Grimm Diese Frage ist nicht auf die Kunst beschränkt. Sie bezieht sich auch auf die Philosophie, die Naturwissenschaft, die Politik und – ganz aktuell – auf das Arbeitsgebiet des Fragenden, des Redakteurs: den Journalismus, die freie Presse. Wenn ich nicht im Mittelmäßigen verharren will: Ja, dann muss man bis an die Grenze des Möglichen gehen, muss diese Grenze sogar überschreiten und schauen, was es noch zu entdecken und zu bearbeiten gibt. Das empfinde ich als große Befriedigung, wenn mir das gelingt und ich kann im Unbekannten wühlen und toben, etwas Neues herauskramen … ob ich mich selbst oder damit die anderen Menschen schocken, ärgern oder aufregen werde, das darf mich bei dieser ersten Tätigkeit gar nicht berühren. Der junge Schiller hat auch gefordert: „Man muss die Menschen inkommodieren!“, das heißt: ärgern, aufregen, um es modern zu sagen: Heftig anmachen! Und wer zweifelt daran, dass dem Schiller dies – damals wie heute – gelungen ist.

Oft handelt sich Kunst den Vorwurf ein, nur um des Provozierens willen zu provozieren. Maurizio Cattelans Plastik „La Nona Ora – die neunte Stunde“ zeigt den gestürzten Papst, von einem Meteor erschlagen. Johannes Paul II. blickt zweifelnd zum Himmel. Viele Christen reagieren auf Cattelans Religionskritik schockiert und fühlen sich beleidigt. Wie sollte man mit solcher Kunst umgehen?

Grimm Man kann mit solchen Dingen nicht „umgehen“. Jeder muss die Arbeit auf sich wirken lassen, dazu Stellung nehmen, sich selbst entscheiden, mit anderen diskutieren und dieses Werk beurteilen. Wie die „Kirche“ als gesellschaftliche Institution darauf antwortet, das ist eine ganz andere Frage. Können Sie sich vorstellen, wie riesig die weltweite Reaktion gewesen wäre, wenn nicht der Papst, sondern Mohammed erschlagen auf dem Boden gelegen hätte?

Wenn ein paar Karikaturen in einer dänischen Zeitungen die islamische Welt derart in Aufruhr bringen, dass Fanatiker zum Kampf der Kulturen blasen, kann ich mir das gut vorstellen. Dagegen war die Reaktion auf Cattelan nicht mal ein Sturm im Wasserglas.

Grimm Was kann das aufzeigen?
A: Unsere Kultur ist so weit aufgeklärt, dass diese künstlerischen Werke mit ihrer wie auch immer intendierten Aussage verkraftet wird.
B: Die Bedeutung und die vitale Kraft der christlichen Kirchen sind schon extrem reduziert, dass es zu einem wirksamen öffentlichen Protest gar nicht kommen kann. Ich neige der zweiten Deutung zu.

Ein anderes Beispiel: Dem Künstler Gregor Schneider, der 2001 für sein „Totes Haus Ur“ auf der Biennale in Venedig den Goldenen Löwen für Deutschland gewann, wurde verboten, auf dem Markus-Platz seinen schwarzen Kubus aufzustellen. Begründung: Der Würfel ähnele zu sehr der Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam in Mekka, und könnte Ziel eines Anschlags werden. In Deutschland sah man durch das Verbot die Freiheit der Kunst bedroht. Wenn Vorsichtsmaßnahmen dieser Art zur Regel werden, könnte diese Angst berechtigt sein. Wie sehen sie das?

Grimm Na, ja? Die Ähnlichkeit des schwarzen Würfels zur Kaaba ist sehr augenfällig. Aber die Sachen der Kunst sind nie nur Gegenstände, die dem Betrachter entgegenstehen, sie sind immer auch Ausdruck innerer Befindlichkeiten und gleichzeitig gesellschaftlicher Dimensionen. Diese Sache ist doch wie ein Vorgang in der Politik: die Opposition kann leicht dahintraben; sie muss nicht als Ackergaul den Regierungskarren ziehen.

Zurück zum Karikaturenstreit. Es gibt ja nicht nur den Mob, der auf der Straße Hassparolen skandiert und Fahnen verbrennt. Auch gemäßigte Muslime kritisieren den Westen wegen dieser Zeichnungen. Offensichtlich sind die Karikaturen ein willkommener Anlass, den Europäern mal die Meinung zu sagen. Etwa nach dem Motto: Wir fühlen uns schlecht behandelt. Behandelt uns anders. Wie sollte der Westen reagieren?

Grimm Diese Tatsache ist nicht zu leugnen: Die veröffentlichten Bilder zeigen nicht nur das Antlitz von Mohammed, sie verstoßen gegen ein Dogma, ein nicht zu diskutierendes Gesetz des Islam. Ich erinnere an die Dogmen der Katholischen Kirche. Bis in die neueste Zeit haben Küng, Drewermann und der Priester, der mit den Protestanten gemeinsam das Abendmahl gefeiert hat, sich bis in existenzielle Nöte und heftige Kämpfe mit der offiziellen, harten Haltung des Vatikan auseinander setzen und ihre persönlichen Konsequenzen ziehen müssen. Und das 500 Jahre nach Luthers Reformation und rund 200 Jahre nach der für Europa (außer Spanien!) unglaublich bedeutenden Zeit der Aufklärung. Diese für uns befreienden Epochen haben die islamischen Staaten und Menschen nicht durchgemacht. Ebenso wenig zu leugnen ist: Das Angebot verschiedener islamischer Gruppen, zu einem vermittelnden Gespräch auf verschiedenen Ebenen, lange vor der Eskalation durch die Politisierung der angeheizten Stimmung, ist von wichtigen europäischen Menschen nicht angenommen worden. Der Schmerz einer Verletzung ist gut nachzuvollziehen. Jetzt, wo die bildnerischen Äußerungen sich instrumentalisieren lassen, ist das Ganze noch schwerer zu steuern. Es ist aber immer noch unglaublich beeindruckend, welch ungeheure, breite Sprengwirkung eine gezeichnete, interpretierende Darstellung auf einem Stück Papier 2006 noch haben kann. Es zeigt sich dort aufs Neue die ungebrochene Kraft der Kunst.

INFO
Kleine Werkschau

Alfred Grimm eckt gern an und kratzt gern an Tabus. Ein Blick auf einige seiner Arbeiten:
1990: Die Evangelische Stadtkirche Dinslaken zeigt 13 Kruzifix-Objekte. Die Besucher sind irritiert. Manche loben Grimm für seinen Mut, andere reden von „Schweinerei“. Mittlerweile gibt es über 60 Kruzifixe kleinen und großen Formats, die in über 25 Ausstellungen in ganz Deutschland zu sehen waren.
1990: Objektfenster für die Evangelische Kirche „Unsere Arche“ in Hünxe-Bruckhausen.
1993: Mahnmal im Dinslakener Rathauspark
1995: „Mutter-Erde-Stuhl“, 1998 wird das Objekt in Meerbusch zensiert; es fliegt aus der Gemeinschafts-Ausstellung „Kunst grenzenlos“. Frauen fühlten sich beim Anblick des aus einem gynäkologischen Stuhl gefertigten Werks in ihrer Würde verletzt. Der Dinslakener Künstler Udo Buschmann nahm daraufhin aus Protest gegen die Zensur auch seine Bilder ab.
2001: „Die Baustelle“, Beitrag für den Dinslakener Skulpturenweg. Bretter, Sandhaufen, Balken, eine eiserne Absperrung, eine Baugrube mit einer Soldatenplastik darin. Der Künstler buddelte direkt vor der Haustür des Baudezernenten Haverkämper. Ende 2005 wurde das Werk in Bronze gegossen und vor den Stadtwerken aufgestellt.
2003: „Versuchtes Paradies“. Das TV-Objekt zeigt Adam und Eva bei der Erfindung des Liebesspiels.

Ostern 2006, NRZ » Originalartikel öffnen

Die Auferstehung im Kreuz

SAKRALKUNST / Alfred Grimm übergab der evangelischen Kirche Unsere Arche in Bruckhausen ein gläsernes Altarkreuz.

HÜNXE.Die wenigen Sonnenstrahlen des gestrigen Karfreitags fielen durch das bunte Glas des Objektfensters der ev. Kirche Unsere Arche in Bruckhausen und erhellten das neue Glaskreuz auf dem Altar. Sie erfüllten die transparenten Quader mit Licht und brachen sich in den Splittern der Front. Das Altarkreuz, wie das Fenster ein Werk des Künstlers Alfred Grimm, ist nicht heil. Die Vorderansicht ist von tiefen Rissen durchzogen, Zersplitterungen durch vier Schmiedenägel, die in das klare, zerbrechliche Material getrieben wurden. Gewalttätig, brutal. Die Nägel selbst sind von der Wucht der Zerstörung deformiert. Ihre Positionen entsprechen den Stellen, an denen gewöhnlich die Christusfigur mit vier Nägeln ans Kreuz geheftet wird. Doch der Korpus fehlt an dem Glaskreuz Alfred Grimms. Jesus ist nicht im Tod zu finden. Das Altarkreuz macht die Auferstehung sichtbar, ohne das Leid auszublenden.

Mehr als ein Jahr lag zwischen der ersten Anfrage Pfarrer Matthias Schüttes und der feierlichen Übergabe des Werks während des Karfreitagsgottesdienstes. 18 verschiedene Entwürfe stellte Grimm vor, die Entscheidung für ein gläsernes Kreuz ohne Korpus bedeutete auch für ihn einen völlig neuen Zugang zum Kruzifix. Nicht der „fürchterliche Tod“ der Kreuzigung, auf den Grimm in seinen 60, im Internet unter www.alfred-grimm.com einzusehenden Kruzifixen aufmerksam machte, sondern die gleichzeitige Darstellung von Tod und Auferstehung in einem einzigen Objekt. Ein Novum. Die minimalistische Umsetzung lässt der theologischen Aussage des Kunstwerkes den Vortritt. Gedanken zum Kreuz standen im Zentrum des Karfreitaggottesdienstes. „Das Kreuz stellt nicht Gott in Frage, sondern die Weisheit der Menschen: Wo Menschen ihre Herrschaft ausüben, ist Gewalt, zerspringt Leben, bleiben Scherben oder zumindest Risse“, schloss Pfarrer Matthias Schütte seine Betrachtung.

Alfred Grimm stellte das Kreuz in die kunstgeschichtlicher Tradition, setzte den Kruzifixaussagen der Romanik, Gotik und Renaissance seine neue Symbolik entgegen. „Man wird an den Tod erinnert, aber der, der diesen Tod erleiden musste, ist nicht mehr zusehen, ist fort.“ Positive Gedanken formulierten auch Presbyterin Anette Theil und Chorleiter Hans Alefs. Wie das Objektfenster lädt das neue Werk Alfred Grimms zur eigenen Betrachtung und Meditation ein. Das Glas assoziiert göttliche Wahrhaftigkeit und Klarheit, die den Menschen zugewandte Front hat durch ihre Gewalt Schaden erlitten. Das Kreuz reflektiert die dunkle Seite und zeugt zugleich von der Hoffnung, die Jesus Auferstehung in der Welt entzündet.

Ostern 2006

Ein Glaskreuz voller Licht

Vier Nägel, gesplittertes Glas. Vom Gekreuzigten keine Spur. Alfred Grimm hat für die evangelische Kirche „Unsere Arche“ in Bruckhausen ein Glaskreuz mit einer eindeutigen Botschaft gestaltet: Christus ist auferstanden.

HÜNXE Nie war so viel Licht, nie so viel Leichtigkeit in einem Symbol das für Leid und Tod steht. Dunkelheit und Düsternis sind besiegt. Die Helligkeit triumphiert. „Die Kreuzigung kann nicht das Letzte sein“, sagt Alfred Grimm. „Dieses Kreuz steht für die Auferstehung. Christus hat durch seinen Opfertod die Sünden auf sich genommen und die Menschen erlöst. Der Tod ist überwunden,ist nur noch geistige Erinnerung.“

Leuchtende Farben Sicherheitsglas mit Hufnägeln – in einen leichten, zerbrechlichen Werkstoff hat Grimm schweres Eisen getrieben. Die Wucht des Einschlags hat das Material springen lassen. In den Sprüngen brechen sich Farben – es ist das tiefe Blau und glühende Rot, das satte Grün und strahlende Gelb des großen Altarfensters. Wenn die Sonne hindurchscheint, leuchtet es besonders kräftig. Auch dieses Fenster ist ein Werk des Künstlers, der ganz in der Nähe des Gotteshaus lebt und arbeitet. Grimm hat es vor 13 Jahren geschaffen. Eine weitere Arbeit ziert seit 1999 die Turmkrone des Gotteshauses: eine Taube in einem goldenen Bogen, der ein Segelschiff überspannt.

Baumstümpfe und Ketten

Grimm-Kunst für die „Arche“ – das hat schon Tradition. Als Pfarrer Matthias Schütte für den neu gestalteten Chorraum ein passendes Altarkreuz suchte, klopfte er erneut beim Nachbarn an. Das war im Januar 2005. Bereits Ende August lagen die Entwürfe auf dem Tisch – 18 Zeichnungen, und drei Modelle. Das Presbyterium war beeindruckt und entschied sich, für das Glaskreuz – 80 Zentimeter hoch, 50 breit, elf tief. Die Landeskirche genehmigte den Beschluss. Aus dem Modell wurde ein Original. Im Dezember ging der Auftrag an Glasfirma Stricker raus, im Januar fügte der Voerder Kunstschmied Lutz Isselhorst die Nägel ein. Am 1. Februar gab Alfred Grimm das Werk ab. Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat bei Grimm neue Ideen freigesetzt. Bislang umfasst seine in den 80er Jahren begonnene Kruzifixserie über 60 Objekte. Demnächst werden wohl noch einige hinzukommen. Die Entwürfe, die auf dem Weg zum Arche-Kreuz entstanden sind, drängen nach Umsetzung. Illuminierte Glaskuben sind da zu sehen, übereinander gestapelte Baumstümpfe, Kruzifixe aus natürlich gewachsenen Ästen, von denen schwere Ketten baumeln. Jesus am Zollstock. Ein Kreuz mit einem Leichentuch aus Glas.

Darunter Leere, absolutes Nichts. Der Tod ist besiegt. Es ist ein vollständiger, endgültiger Sieg, wie ihn der Künstler auch, in seinem „Keilkreuz“ dargestellt hat. Der Entwurf wurde in der Evangelischen Kirchengemeinde als geheimer Favorit gehandelt. Zu Recht. Schon das Modell beeindruckt. In die Spitze des Kreuzes ist ein mächtiger Keil getrieben. Er spaltet den Balken, zerstört das Holz, an dem Jesus den Opfertod starb. Am Fuß des Kreuzes liegt Werkzeug: ein Hammer, eine Zange, Nägel. „Ein schweres, dunkles Altarkreuz wäre das geworden“, erklärt Grimm. Eines aus Eisen. Nicht zu vergleichen mit dem, das der Gemeinde gestern im Karfreitagsgottesdienst übergeben wurde. Darin, fängt sich das Licht. Darin, strahlt österliche Hoffnung.

Über 60 Objekte

In der ersten Ausstellung mit Kruzifixobjekten von Alfred Grimm waren 1990 in der Evangelischen Stadtkirche in Dinslaken 13 Arbeiten zu sehen. Mittlerweile gibt es über 60 dieser Objekte. Das Glaskreuz ist das zweite, das von einer Kirchengemeinde angekauft wurde. Das erste Kruzifix hat die katholische Kirchengemeinde Bochum erworben. Einblick in die Kruzifixserie gibt es auf der Homepage des Künstlers: www.Alfred-Grimm.com

08. März 2003, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Alfred Grimm stellt in Büderich neue Objekte aus

Die letzten Kruzifixe: Jesus im Kugelfang

Von RALF SCHREINER

DINSLAKEN/HÜNXE. Vielleicht hätten sie Jesus zunächst gekreuzigt und dann auf ihn geschossen. Ein sportlicher Wettkampf, nur so zum Spaß. 100 Punkte für einen Treffer ins Herz, 50 für die Dornenkrone. Römer waren grausam. Alfred Grimms Golgatha ist es auch. Seit 1990 führt der Künstler (Jahrgang 1943) aus Hünxe den Betrachter zu Schädelstätten, die die Menschen empören, schockieren, aufrütteln oder sie betroffen schweigen lassen. Über 60 Einzelwerke kleinen und großen Formats, konzipiert als Hänge- und Standobjekte, hat Grimm seit der ersten Ausstellung in der Evangelischen Stadtkirche in Dinslaken geschaffen. In über 25 Ausstellungen in ganz Deutschland sorgten sie für Furore. Jetzt gibt es neue Objekte: „Die letzten Kruzifixe“ sind vom 8. März bis zum 31. April in der Evangelischen Kirche in Büderich zu sehen.

Römische Folterknechte

Der „Römische Christus“ gehört dazu. Alfred Grimm hat den Gottessohn in einen durchlöcherten Kugelfang genagelt. Er macht ihn zur Zielscheibe von Hohn und Spott, zum perfekten Opfer. Dabei spürt er einmal mehr der Frage nach, wie sich dieser Spott hier und heute in einem zivilisierten, modernen Land äßern würde. Wie würde sie ausfallen, die Wahl der Waffen. Pumpgun und Pistole? Beides gab es noch nicht im Jahr 33 des Herrn. Die Folterknechte begnügten sich mit Kreuzigung. Eine zwar legale, aber brutale und schmerzvolle Hinrichtungsmethode für Verbrecher und aufständische Sklaven. Zudem sehr schmachvoll und gesellschaftlich verachtet.

Der Kreuzestod hat viele Gesichter. Alfred Grimm wird nicht müde, möglichst viele davon zu zeigen. Der formale Ausgangspunkt ist immer gleich. Die historischen Kruzifixe gelangen von Trödelmärkten und Dachböden, als Geschenk oder Mitbringsel in die Hand des Künstlers. Bei der Gestaltung der Objekte ist sich Grimm ebenfalls treu geblieben. Er geht den vor 13 Jahren eingeschlagenen Weg konsequent weiter, baut Knochen, Spielzeug und Drogenspritzen, Fernseh- und Computerteile sowie Alltagsmüll und unzählige Gebrauchsgegenstände in seine Werke ein. Grimm provoziert durch Verfremdung; er scheut auch dann nicht vor grotesker Überzeichnung zurück, wenn ihm – wie schon häfig geschehen – der Vorwurf grober Geschmacklosigkeit droht.

Kopfüber stürzt er Christus aus einem zersplitternden Spiegel, macht ihn als Klon zum Objekt wissenschaftlicher Begierde und als Voodoo-Püppchen zur exotischen Wohnzimmerdekoration. Hier baumelt der Heiland an einer brandschwarzen Mauer mit weißem Hakenkreuz, dort spießt ihn der Künstler auf einen Fleischerhaken und lässt ihn ausbluten wie ein geschlachtetes Lamm. So viel Radikalität verstört, wühlt auf und erschreckt. Doch der Schrecken birgt Erkennen und führt damit über die physische Beschaffenheit des Objekts hinaus. Er dringt bis zur Seele vor.

Die Ausstellung in Büderich wird heute um 19.30 Uhr eröffnet. Öffnungszeiten: zu den Gottesdiensten. Am 30. März findet um 11 Uhr nach dem Gottesdienst ein Gespräch mit dem Künstler statt.

2003

Alfred Grimm
Kruzifixe und Mahnmal auf Postkarte

DINSLAKEN. Sechs von Alfred Grimms insgesamt über 60 Kruzifixobjekten gibt es jetzt auch als Postkarte zu kaufen. Ausgesucht hat der Künstler die Motive Spaghettichristus, Afrikanischer Missionschristus, Christus mit Patronennimbus, Schmuckchristus II, Künstlerchristus und Wissenschaftschristus. Ergänzt wird das Set von einer Karte, die das jüdische Mahnmal im Dinslakener Stadtpark zeigt und mit Unterstützung der Stadt Dinslaken erstellt wurde. Die Künstlerkarten kosten drei Euro im Set, 50 Cent im Einzelverkauf. Sie sind in verschiedenen Dinslakener Buchhandlungen sowie in der neuen Galerie an der Lessingstraße zu haben. ras

10. März 2003, NRZ » Originalartikel öffnen

Grimms Werke wollen provozieren

AUSTELLUNG | / Die letzten Kruzifixe in der Büdericher Kirche sollen zum Nachdenken anregen und zu neuen Einsichten führen.

JULIA BERNS (Text)
MARC ALBERS (Fotos)

WESEL. Jesus der blutüberströmt und kopfüber wie Schlachtvieh an einem Fleischerhaken hängt – diese schockierende Darstellung mit dem Titel „Schlachtbankchristus“ gehört zu den Objekten der Austellung „Die letzten Kruzifixe“ des Hünxer Künstlers Alfred Grimm, die seit Samstag in der evangelischen Kirche Büderich zu sehen ist.

Die Werke des Beuys-Schülers Grimm provozieren, rufen Empörung, manchmal auch Entsetzen und Ablehnung hervor, machen gleichzeitig aber auch nachdenklich und führen zu neuen Einsichten. Sie zeigen allesamt einen unwürdigen Tod, stellen die Frage nach Verantwortung und dem Stellenwert der Religion in der heutigen Gesellschaft.

Konfrontation mit dem 21. Jahrhundert

Der Künstler konfrontiert den Kreuzestod Christi mit Themen des 21. Jahrhunderts wie Gewalt, Krieg und Gentechnik. Eine Darstellung wie die des Jesus auf der Schlachtbank ruft ins Bewusstsein zurück, dass das Kreuz, das zum Sinnbild der Christenheit und zum beliebten Schmuckgegenstand geworden ist, einst einen brutalen und menschenverachtenden Akt darstellte.

In der Kombination mit verschiedenen Materialien verfremdet Grimm das Thema, stellt es in neue Sinnzusammenhänge. In der Darstellung eines Versuches, bei dem Kreuze wie Zellen geklont werden, kommt das Allmachtsverlangen des Menschen zum Ausdruck, der Gott zum Gegenstand seiner Schöpfung macht. Die Wissenschaftsgläubigkeit tritt an die Stelle der Religion. Wohin dieser Weg führt, bleibt offen.

Der Betrachter wird einbezogen

Ein anderes Objekt zeigt die Umrisse eines Kreuzes an der Wand, die Kreuze selbst liegen achtlos im Mülleimer. Der Bezug zum Kruzifix-Urteil ist offensichtlich. Manchmal geht der gekreuzigte Christus inmitten von goldenem Kitsch unter, liegt ölverschmiert zwischen rußgeschwärztem Militärspielzeug oder kaum sichtbar in einem Dreckhaufen auf dem Boden.

Die Werke sind eine Herausforderung zur Selbstreflexion an den Betrachter, der durch Spiegel oft direkt in die Darstellung mit einbezogen wird. Die Ausstellung von Alfred Grimm bietet reichlich Diskussionsstoff und stößt sicherlich auch auf heftige Ablehnung, aber sie will nicht belehren.

Die Besucher haben noch bis zum 21. April während der Gottesdienste und Andachten Gelegenheit, sich eine persönliche Meinung zu bilden. Auf Anfrage werden auch Führungen angeboten.

05. März 2003, Der Weseler » Originalartikel öffnen

Die letzten Kruzifixe von Beuys-Schüler Alfred Grimm

Ausstellung in der evangelischen Kirche Büderich

Büderich. Die Kultur- und Kunstreihe „Kleinod“ in der evangelischen Kirche Büderich wartet mit einer ungewöhnlichen Ausstellung auf, die am Samstag, 8. März, um 19.30 Uhr eröffnet wird.

Unter dem Titel „Die letzten Kruzifixe“ werden Werke des Künstlers Alfred Grimm aus Hünxe gezeigt. Joachim Schneider Münster wird am Eröffnungsabend dieser 29. Kleinod-Veranstaltung eine Einführung zum Verständnis der modernen und provozierenden Kruzifix-Objekte geben.

Der Beuys-Schüler Alfred Grimm hat seine Kruzifix-Objekte schon mehrfach ausgestellt und damit gleichermaßen Begeisterung wie entschiedene Ablehnung hervorgerufen. Die Objekte sind, wie das eigentliche Kreuzesgeschehen anstößig und vermitteln einen Eindruck von der brutalen Gewalt, mit der die Römer nicht nur Jesus, sondern zigtausend Menschen haben hinrichten lassen.

Grimms Kruzifixe sind keine industrielle Massenware oder auf Hochglanz polierter religiöser Kitsch. Seine Objekte taugen nicht als modisches Accessoire. Der Künstler versteht seine Werke als kritische Statements zum Umgang mit dem Kreuz. Mit künstlerischen Mitteln leistet er seinen aktuellen Beitrag zur Deutung der Kreuzigung Jesu. Der Künstler hofft, dass seine „letzten Kruzifixe“ Anstöße geben, sich mit dem Lebens- und Leidensweg von Jesus Christus näher auseinander zu setzen.

Die Ausstellung ist bis zum 21. April während der Gottesdienste und Andachten in der evangelischen Kirche zu sehen. Am Sonntag, 30. März, findet im Anschluss an den 10 Uhr-Gottesdienst um 11 Uhr ein Gespräch mit dem Künstler statt. Auf Anfrage gibt es auch Führungen (02803/1007 und 8190).

06. März 2003, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

„Kleinod“ in Büderich: Hünxer Künstler stellt aus

Vom Heilssymbol zum Kitsch: Kruzifix

WESEL. Mit einer ungewöhnlichen Ausstellung wartet die Kultur- und Kunstreihe „Kleinod“ in der Evangelischen Kirche Büderich auf. Ab Samstag, 8. März, 19.30 Uhr, werden dort unter dem Titel „Die letzten Kruzifixe“ Werke des Hünxer Künstlers Alfred Grimm gezeigt. Zur Eröffnung der Ausstellung spricht Joachim Schneider aus Münster.

Begeisterung und Ablehnung

Der Beuys-Schüler Grimm hat seine Kruzifix-Objekte schon mehrfach ausgestellt und damit beim Publikum gleichermaßen Begeisterung wie entschiedene Ablehnung hervorgerufen. Seine Kruzifixe sind keine industrielle Massenware oder auf Hochglanz polierter religiöser Kitsch. Der Hünxer versteht seine Werke als kritische Statements zum Umgang mit dem Kreuz. Mit künstlerischen Mitteln leistet er seinen aktuellen Beitrag zur Deutung der Kreuzigung Jesu. Grimm hofft, dass seine „letzten Kruzifixe“ Anstöße geben, sich mit dem Lebens- und Leidensweg Jesu näher auseinander zu setzen.

Die Ausstellung ist bis zum 21. April während der Gottesdienste und Andachten zu sehen, am Sonntag, 30. März findet im Anschluss an den 10-Uhr-Gottesdienst um 11 Uhr ein Gespräch mit dem Künstler statt. Auf Anfrage werden auch Führungen angeboten (Tel: 0 28 03 / 10 07 oder 81 90).

Nähere Informationen gibt es im Internet unter www.alfred-grimm.com.

07. April 1990, NRZ » Originalartikel öffnen

Alfred Grimms Ausstellung

Kruzifixe vom Beuys-Schüler brisant variiert

DINSLAKEN. Eine außergewöhnliche und gleichermaßen delikat-brisante Ausstellung erwartet die Dinslakener Stadtkirche während der Karwoche. Kruzifixe in vielen Variationen, artfremd ergänzt mit allerlei Material von Trödelmärkten und Schrottplätzen: in den Objekten finden sich Autos, Flugzeuge, Spritzen, Ampullen, Plastiksoldaten, Modellpanzer, Farbtöpfe und Elektrokabel-Dinge, die alle ihren speziellen Bezug zur heutigen Zeit haben. Die Kunst stammt von Alfred Grimm, hiesiger Künstler und Kunsterzieher am Dinlakener Theodor-Heuss-Gymnasium, der sich intensiv mit der Kreuzigung Jesu befaßt hat. Bei seinen Arbeiten geht Alfred Grimm von traditionellen Kruzifixen aus. Doch wie ungewöhnlich er dann mit vorgegebenen Kreuzigungsmotiven weiterarbeitet, läßt in ihm den langjährigen Beuys-Schüler erkennen. Er nimmt die Materialien der Kruzifixe auf, lädt aber beispielsweise dem gewaltlosen Messing-Christus noch Messing-Patronenhülsen auf die Schultern. Mit der gewagten Zugabe von Fundstücken erhält der Gekreuzigte unmittelbare Aktualität. Die Werkreihe hat deshalb auch Titel wie „Spaghetti-Christus“, „Künstlerkruzifix“ und „Christus im Leid“.

Die Gestaltung der einzelnen Arbeiten läßt die ernsthafte theologische Auseinandersetzung des Künstlers Grimm mit der Bedeutung des Opfertodes durchscheinen. Für Alfred Grimm sind seine Darstellungen in der Stadtkirche Dinslaken „da, wo sie hingehören“. Auf die Wirkung bei den Besuchern und Gläubigen ist er jetzt schon gespannt.

Eröffnung der Kunstausstellung im Altarraum der Stadtkirche, Duisburger Straße, ist am Palmsonntag, 8. April, um 10.30 Uhr in Anschluß an den Gottesdienst. Zu sehen sind die Kruzifixe bis Ostermontag, 16. April. Die Ausstellung ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.

25. November 1994, Stadtspiegel Dorsten » Originalartikel öffnen

Radikal und provokant

Gotteslästerung oder brisante Kunst?

Dorsten. Eine außergewöhnliche Ausstellung wird am Sonntag, 29. November, nach dem Gottesdienst um 11.30 Uhr im Ev. Gemeindezentrum Barkenberg Talaue 68, eröffnet. Alfred Grimm, Künstler und Kunsterzieher am Theodor-Heuss-Gymnasium in Dinslaken, stellt die Kreuzigung Jesu in immer neuen Variationen dar. Einen ersten Einblick in die Arbeiten konnte die Öffentlichkeit zur Eröffnung des neuen Ateliers in Hünxe 1989 gewinnen. Inzwischen folgten Ausstellungen in der Dinslakener Stadtkirche und der Apostel-Notkirche in Essen.

Alfred Grimm geht in diesen Objekten von traditionellen Kruzifixen aus. Doch wie ungewöhnlich er dann mit vorgegebenen Kreuzigungsmotiven weiterarbeitet, läßt den Künstler als langjährigen Beuysschüler erkennen. Er nimmt die Materialien der Kruzifixe und lädt zum Beispiel dem gewaltlosen Christus aus Messing Patronenhülsen aus dem gleichen Material auf die Schultern. Und mit so oft gewagten Zugaben von Fundstücken aus Trödelmärkten und Schrottplätzen erhält der Gekreuzigte unmittelbare Aktualität.

Die Gestaltung der einzelnen Arbeiten läßt die ernsthafte theologische Auseinandersetzung mit der Bedeutung der Kreuzigung erkennen. Für Alfred Grimm sind seine Darstellungen der Kreuzigung im Ev. Gemeindezentrum „da, wo sie hingehören“. Und Pfarrer Bernhard Korn ist auf die Wirkung dieser Kunstwerke auf die Gemeindemitglieder sehr gespannt: „Werden die Objekte auch nicht allen Besuchern gefallen, so können sie doch anregend auf die Gespräche in der Gemeinde wirken und dafür sorgen, daß kirchliche Themen in der Öffentlichkeit diskuiert werden.“ Die Ausstellung bleibt bis zum 4. Januar 1993 im Ev. Gemeindezentrum Barkenberg. Sie ist geöffnet Sonntags von 11.30–13 Uhr, dienstags von 18–20 Uhr, zu den Öffnungszeiten des Gemeindebüros und nach telefonischer Vereinbarung unter 0 23 69/83 56.

25. März 1996, Rhein-Zeitung Koblenz » Originalartikel öffnen

Die Kreuzigung für unsere Zeit gedeutet

Kruzifix-Objekte in der Christuskirche

KOBLENZ. RED. Christus als Zeitgenosse, der in Bayern durch Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus Klassenzimmern ausgegrenzt wurde: Um diese Idee läßt der Künstler Alfred Grimm aus Hünxe/Niederrhein seit mehr als fünf Jahren seine Vorstellungen kreisen, entwickelt Kunstwerke mit hintergründigem, geheimnisvollen Glaubensbekenntnis, mythisch-mystisch verwobenem Credo.

Die Reaktionen der Betrachter auf die Objekte des Beuys-Schülers schwanken zwischen „beeindruckender Kunst auf hohem Niveau“ und „geschmackloser Gotteslästerung“. Grimm geht es darum, mit künstlerischen Mitteln in die Deutung der Kreuzigung für unsere Zeit einzusteigen. Mit seinen Botschaften will er aber keineswegs in Konkurrenz treten zur Geistlichkeit.

Kunstwerke sollen sie sein und bleiben. In Antiquariaten und auf Trödelmärkten „für ein paar Silberlinge“ erworbene Kruzifixe, teils beschädigt, zerbrochen, dem traditionellen Auge unästhetisch geworden, setzt Grimm in Beziehung zu Themen, Problemen unserer Zeit.

Für den kirchlichen Bereich hat Grimm in seinem Wohnort Hünxe ein Kirchenfenster gestaltet, das auf den Farbscheiben Gegenstände des täglichen Lebens in plastischer Dimension als Blickfang und Struktur appliziert hat. So entstand das in der europäischen Glaskunst wohl einmalige „Objektfenster“ im Chorraum des Gemeindezentrums, das sich inzwischen unter Kunstinteressierten zu einem „Wallfahrtsort“ entwickelt hat. Für die evangelische und katholische Kirchengemeinde in Dinslaken hat er ein lebensgroßes Bronzemahnmal gestaltet, das mit bedrückendem Tiefgang an die Deportation der Kinder des jüdischen Waisenhauses in der Reichspogromnacht erinnert.

Die Kruzifix-Objekte von Alfred Grimm sind bis zum 14. April in der Christuskirche zu sehen: dienstags bis freitags, von 14 bis 16 Uhr. Samstags und sonntags, jeweils eine halbe Stunde vor und nach den Gottesdiensten.

17. März 1998, WZ Wuppertal » Originalartikel öffnen

In der Kunst landet Christus in der Gosse

Im Museum der Vereinten Evangelischen Mission sind noch bis zum 3. Mai Kruzifix-Objekte des Beuys-Schülers Alfred Grimm zu sehen.

Von Susanne Bien

Was hätte Christus wohl zu dieser Ausstellung gesagt? „Herr Grimm, ganz großartig. Sie müssen selbst am Kreuz gehangen haben“ – das wäre vielleicht seine Meinung gewesen, meint der Künstler Alfred Grimm, dessen Kruzifixobjekte sicher einige Besucher schockiert. Dabei sind die Exponate keine Blasphemie, vielmehr fragt sich der Hünxer Künstler, welche Bedeutung der christliche Glaube noch hat.

Heidi Koch vom Völkerkundlichen Museum bedauert, daß den Bewohnern der Industrieländer nichts mehr heilig ist und die Medien den pietätlosen Umgang mit menschlichen Werten fördern. Was dem abgestumpften Konsumenten egal ist, überhöht Grimm plastisch und drastisch mit Requisiten vom Flohmarkt. Christus wird beschmutzt, landet in der Gosse, wird auf einer Intensivstation am Leben erhalten, er wird geklont, er liegt im Ölteppich, den der Golfkrieg hinterlassen hat, und im Mülleimer eines bayrischen Klassenzimmers.

Grimm reagiert auf Ereignisse, ohne kopflastig an Theorien zu hängen. Die Exponate der Ausstellung stammen aus einem Kruzifix-Zyklus von über 40 Objekten, an dem Alfred Grimm schon lange arbeitet. Grimm ist ein Schüler von Joseph Beuys.

„Obwohl gelegentlich eine gewisse thematische Verwandschaft zwischen Grimms Arbeiten und denen anderer Künstler besteht, nutzt keiner wie er eine derart große Zahl von vorhandenen, zum Zwecke der Andacht gefertigten Kruzifixen, um diese in gesellschaftskritischer Absicht als Objekte künstlerisch zu ergänzen“, so Dr. Bernd Krysmanski in seiner Einführung. Die Ausstellung im Völkerkundlichen Museum, Missionsstraße 9, dauert bis zum 3. Mai.

31. März 1994, BILD » Originalartikel öffnen

Kunst in der Kirche
Christus im Dreck

Alfred Grimm (51) studierte bei Joseph Beuys, zeigt in der Immanuelkirche (Pionierstraße 61) 21 ungewöhnliche Kruzifixe: Jesus im Dreck, umgeben von Heroin-Spritzen, eine blutige Axt in der Schulter.

Der Künstler: „Meine Auseinandersetzung mit dem Glauben. Die Idee hatte ich bei einer Morgen-Andacht im Radio nur langweiliges labern. Da machte ich den Spaghetti-Christus.“

Pfarrer Martin Tischler (45) holte die Kunst-Objekte in seine Kirche: „Sie sollen die Betrachter zum Nachdenken bringen.“

Die Ausstellung ist bis Ostermontag vor und nach den Gottesdiensten zu sehen

ak

10. August 1996, NRZ » Originalartikel öffnen

Grimm brachte Jesus zum Röntgen

Künstler plant Werk zur „Auferstehung“

Dinslaken. Schlimm steht es um den kleinen Patienten, der gestern zur Röntgenabteilung des St.-Vinzenz-Hospitals gebracht wurde. Seine Knochen sind aus Metall, seine Gedärme nur bunte Kabel, an Händen und Füßen sind Wundmale zu finden: Die Gestalt Christi selbst ist es, die an diesem Morgen auf dem Röntgentisch liegt!

Eine Nachbildung des Künstlers Alfred Grimm, der den Gottessohn unter der fachmännischen Begutachtung der medizinisch-technischen Assistentinnen Luise Bull, Barbara Simon und Anke Hornschuh in die richtige Aufnahmeposition brachte. Zufrieden hielt er schon nach wenigen Minuten die Röntgenaufnahme seines Jesus in den Händen: „Man kann die

Jesus geröntgt

Rippen richtig gut erkennen!“

Die Idee zu der Aufnahme, die später in ein kleines Objekt eingearbeitet werden soll, kam Grimm vor einiger Zeit, als sein Knie geröntgt werden mußte. Er machte sich Gedanken, was wohl mit Jesus geschehen wäre, wenn er in unserer Zeit hingerichtet worden wäre. „Bestimmt hätte man ihn von Amts wegen obduziert und durchleuchtet“, so der Bruckhausener, „um vielleicht etwas Optisches von Wirkung und Wesen des Gottessohnes zu erfahren.“

Zwar hat die Gestalt Christi in den verschiedenen Zeiten und in unterschiedlichen Aussehen schon viele differenzierte ästhetische Wertungen und theologische Interpretationen erfahren. Die Durchleuchtung des Körpers Christi aber ist die erste existierende Röntgenaufnahme in der Geschichte der Kunst.

Stephanie Lettgen

15. Februar 1997, Rheinische Post

Konditorei Maier fertigt Brot-Objekte von Alfred Grimm

„Ein Laib Christi“ aus dem Backofen

Dinslaken/Hünxe. Zur morgigen Eröffnung seiner Kruzifix-Ausstellung im Essener Heliand-Zentrum wird Alfred Grimm Brote mitbringen. Kein gewöhnliches Backwerk, sondern „Kunst-Brote“. Titel: „Ein Laib Christi“, Auflage: 15. Die Dinslakener Konditorei Maier hat die Objekte aus Salzteig gebacken. Das Besondere an den Laibern: eine eingeprägte Christusfigur am Kreuz.

Nach der nicht unumstrittenen Röntgen-Aktion im vergangenen Sommer – der Künstler ließ im Vinzenz-Hospital eine Christusfigur röntgen – führt Grimms Suche nach dem „Geheimnis des Glaubens“ den Betrachter nun an den Abendmahlstisch. Daß bei der Fertigung der Objekte kein gewöhnlicher Brotteig verwendet wurde, hat rein konservatorische Gründe. „Bei normalem Teig wäre das alles wahrscheinlich viel zu schnell auseinandergefallen“, so Grimm. Das soll nicht darüber hinwegtäuschen, daß das Objekt durch die Verwendung nicht traditionellen Materials schon von der Anlage her nicht für die Ewigkeit bestimmt ist. Es will sie lediglich spiegeln, oder besser: mit künstlerischen Mitteln einen Anreiz bieten, ernsthaft nach ihr zu suchen.

Die Ausstellung an der Bochumer Landstraße 270 ist bis zum 28. März, montags bis freitags 9 bis 12 Uhr, mittwochs und donnerstags 14 bis 16 Uhr, sowie sonntags jeweils eine halbe Stunde vor und nach den Gottesdiensten geöffnet. Die Vernissage beginnt morgen um 17 Uhr.