Bild-Objekt-Objektbild

20. November 2015, NRZ » Originalartikel öffnen

Provozierende Kunst bei Thyssen-Krupp

Der pensionierte Kunsterzieher Alfred Grimm zeigt rund 100 seiner Werke im Bildungszentrum an der Franz-Lenze-Straße. Interessierte haben die Möglichkeiten, die Schau bis März zu besichtigen.

Von Gregor Herberhold

Bruckhausen/Hünxe. Schön und erschreckend, rein und dreckig, realistisch und romantisch, provozierend und nachhaltig – so beschreibt Alfred Grimm sein eigenes Werk. Der 72-jährige Künstler und Kunsterzieher im Ruhestand zeigt derzeit rund 100 seiner Skulpturen, Zeichnungen und Collagen im Ausbildungszentrum von Thyssen-Krupp.

Ich hatte einen unglaublich guten Lehrer

Alfred Grimm, pensionierter Kunsterzieher und freischaffender Künstler

Insbesondere seine TV- und Unfall-Skulpturen schockieren. Machen nachdenklich. Regen zur Diskussion an. In ausgeschlachteten Fernsehgeräten zeigt er das Ruhrgebiet als Miniatur. Zechentürme, Hochspannungsmasten. Eigentlich sollten dazu die passenden Geräusche erklingen und Lämpchen leuchten – bei Thyssen geht das nicht. Aus Sicherheitsgründen.

Daneben Unfallszenen. Dramatische Bilder, die schockieren. Sie dominieren einen der drei Ausstellungsräume. Warum solche Werke? Warum solche Horrorszenen? „Ich kann es nicht wirklich sagen“, erzählt Alfred Grimm. „Vielleicht, weil ich selbst ein paar schlimme Unfälle als Autofahrer erlebt habe.“ Es sei wohl seine Art, die Erlebnisse zu verarbeiten…

Alfred Grimm wurde 1943 in Dinslaken geboren. Dort legte er 1963 das Abitur ab, studierte anschließend an der Kunstakademie in Düsseldorf. Professor Joseph Beuys war einer seiner Lehrer.

Die TV-Reihe wird fortgesetzt

Zur Malerei ist er als Schüler gekommen. „Ich hatte einen unglaublich guten Lehrer.“ Bei ihm lernte er die Grundlagen der Kunst: Linolschnitt, Malerei, Zeichnen. Aber auch die Theorie. So stand für ihn früh fest, dass er beruflich auch in diese Richtung gehen wollte.

Seit 1969 stellt er aus und ist als Künstler tätig. Seine Werke sind in verschiedenen Galerien und Museen (etwa im renommierten Marler Skulpturenmuseum), aber auch im Oberhausener Gasometer (Ausstellung Feuer – Licht – Himmel) zu sehen gewesen.

Seine Brötchen verdiente er bis zur Pensionierung als Kunsterzieher. Von der Kunst leben, das können bekanntlich nur Wenige. Erst recht, wenn man so ungewöhnliche Werke schafft. Selbstkritisch räumt Alfred Grimm ein: „Wer hängt sich sowas ins Wohnzimmer…“?

„Aber in diesen Räumen“, sagt er, komme sein Werk ganz besonders gut zur Geltung. Und werde von vielen Menschen gesehen. Schließlich gehen dort unzählige Menschen ein und aus. „Hier ausstellen zu können, ist eine tolle Sache“, sagt der heute in Hünxe lebende und arbeitende Künstler.

Neben den ungewöhnlichen Skulpturen gibt es auch eine Bilderserie. Zu dem Gedicht eines Bekannten hat er gezeichnet. Und schließlich sind noch Granit- und Basaltblöcke, die einstmals im Straßenbau verwendet worden waren, zu sehen. Klobige Blöcke, die mit filigranen Elementen verziert worden sind.??Obwohl er kaum noch weiß, wie er all seine Kunst lagern soll – er will weitermachen. Insbesondere die TV-Reihe wird fortgesetzt. Bislang hatte er ausgeschlachtete Röhrengeräte als „Bilderrahmen“ verwendet. Jetzt folgen die modernen Flachbildschirme.

Die Ausstellung „Bild – Objekt – Objektbild“ dauert bis März 2016. Sie ist an der Franz-Lenze-Straße 70 montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zu besichtigen.

10. November 2015, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Kunstwerke voller Gegensätze

Alfred Grimm zeigt einen Querschnitt seiner Werke im Bildungszentrum ThyssenKrupp Steel.

VON OLAF REIFEGERSTE

Es ist seine 72. Einzelausstellung und die 32. im Bildungszentrum von ThyssenKrupp Steel in Hamborn. „Bild – Objekt – Objektbild“ hat Alfred Grimm seine Kunstschau dort schlicht und einfach genannt. Mit ihr erschließt sich ein wahrer Überblick über das reichhaltige Schaffen des vielfältigen Künstlers.

Alfred Grimm, geboren 1943 in Dinslaken, ist Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer und Fotograf, aber auch Performer, Minimalist und Pop-Art-Künstler. Seine Kunst ist, wie er kontrastierend sagt, „schön und erschreckend, grob und lieb, rein und dreckig, realistisch und romantisch, kleinlich und großzügig, erotisch und brutal, offen und geheimnisvoll, ästhetisch und abstoßend, grafisch und malerisch, flächig und plastisch, frisch und dumpf, kränklich und heilend, chaotisch und geordnet, natürlich und abartig, provozierend und nachhaltig – gerade so wie das Leben selbst.“ In ihm stecke ein wenig Beuys, ergänzt er noch. Und in der Tat kann man den „Spirit“ spüren, so wie seine Kunst unprätentiös daherkommt. Dies ist auch kein Wunder, hat Grimm von 1964 bis 1970 an der Düsseldorfer Kunstakademie unter dem damaligen Hochschulprofessor dieses Instituts doch studiert. Beuys‘sche Aussagen wie „Jeder Mensch ist ein Künstler“ oder die Theorie der „Sozialen Plastik“ hätten gut und gerne auch von ihm stammen können, den „Maler und Mahner“, wie der Kunsthistoriker Jörg Loskill Grimm in seiner Einführung beschrieb.

Bei ThyssenKrupp Steel hat Grimm jetzt erstmals die Möglichkeit erhalten, eine Vielzahl seiner unterschiedlichen Kunstwerke großzügig zu präsentieren. Gezeigt wird in den weiten und offenen Räumen des Bildungszentrums ein Überblick über sein Schaffen mit etwa 100 Einzelarbeiten. Hier ist Platz für große wie für kleine Werke. Neben schon bekannten Arbeiten aus der großen Serie „Wieder ein Vogel…“, die er zusammen mit dem verstorbenen Literaten und Lyriker Dieter G. Eberl (1929–2013) herausgegeben hat, werden zum ersten Mal alle seine Objektbilder – bis auf ein ausgelagertes – in einer großzügigen Ausstellung dargeboten. Hinzu kommen Objekte und Bilder, die noch in keiner Ausstellung bisher zu sehen waren. Auf diese Weise ergeben sich manch neue Sichtweisen auf das Grimm’sche Gesamtwerk.

Mit dabei sind aber auch seine Werkreihen „Straßenszenen“ und „Medienwelt“. Zu Erstgenanntem ist beispielsweise das Objekt „Fahrerflucht“ (2009) sowie die Objektbilder „Hirschunfall“ (1999) und „Unfall mit Begrenzungspfahl“ (1997) zu sehen. Witzig skurril bis hintergründig ironisch schauen dagegen seine Installationen „12-Uhr-Nachrichten“ (1990) und „TV-Ruhrgebiet“ (1985) drein. Auch der Wandel des Ruhrgebiets wird thematisiert in seinen Kunstobjekten: So beim „Das-Drei-Minuten-Ruhrgebiet“ (1988), das noch die Montanwirtschaft abbildet, bis zum „Labor-TV“ (1995), dass den Strukturwandel hin zu Wissenschaft und Forschung dokumentieren soll.

Grimms jüngste Arbeiten liegen buchstäblich am Boden, nämlich 40 seiner neuesten Stein-Objekte. Diese sind teils keck verspielt mit Abflussrohr und Wasserhahn, Harke und Spiegel anzutreffen. „Meine Kunst“, verkündet er sodann auch gleich, „ist eine Botschaft für Herz und Hirn – mit einer großen Portion Humor.“

Die Ausstellung ist bis März jeweils montags bis freitags zwischen 8 und 19 Uhr zu besichtigen. Der Eintritt ist frei. Ausstellungsort ist das Bildungszentrum von Thyssen-Krupp Steel, Franz-Lenze-Straße 70, 47166 Duisburg. Weitere Informationen über den Künstler gibt es auf dessen Homepage „http://www.alfred-grimm.de“.

7. November 2015, Stadtpanorama » Originalartikel öffnen

Alfred Grimm stellt bei Thyssen aus

Der Dinslakener Künstler Alfred Grimm ist mit seiner Ausstellung „Bild-Objekt-Objektbild“ im Bildungszentrum von Thyssen Krupp in Hamborn zu Gast. Die Ausstellungseröffnung findet am morgigen Sonntag um 14 Uhr an der Franz-Lenze-Straße in Hamborn statt. Die Werke Grimms sind dann dort noch bis zum März 2016 werktags von 8 bis 19 Uhr zu sehen. Gezeigt wird in den weiten und offenen Räumen des Bildungszentrums ein Überblick über das Schaffen von Grimm mit etwa 100 Einzelarbeiten.

„Die Ausstellung meiner Arbeiten findet zwar nicht in einer bedeutenden Kunstgalerie statt, aber durch die Räume des international tätigen ThyssenKrupp-Konzerns gehen jeden Tag so viele unterschiedliche Menschen, dass meine Arbeiten in den Monaten der Ausstellung vielseitige Beobachtungs- und Studiermöglichkeiten bieten. Das ist eine ganz große Gelegenheit der Breiten- und Tiefenstreuung. Auf die Reaktion bin ich sehr gespannt“, freut sich Alfred Grimm auf die Resonanz.

4. November 2015, Niederrhein Anzeiger » Originalartikel öffnen

Objekte der Begierde

Der Künstler ist vom 8. November bis März 2016 bei ThyssenKrupp zu sehen

„Dumpfe Beklemmung und Schnappen nach frischer Luft“ Diese Reaktionen kennen viele, die schon einmal im Atelier von Alfred Grimm in Hünxe-Bruckhausen an einem Rundgang teilgenommen haben. Mancher fühlte sich von der dichten und drängenden Fülle der gehorteten Exponate regelrechterdrückt. Unbeeindruckt lässt dieses Atelier keinen Besucher.

Kann man das Chaos noch steigern?

Die eindeutige Antwort lautet ganz klar: Ja – Man kann! Denn sieht man sich zurzeit in diesen Atelier- und Vorratsräumen um, so ist kaum noch ein Gang frei, der nicht mit großen Transportkisten und Verpackungskartons vollgestopft ist. Die Vorbereitung einer großen Ausstellung steht bei Grimm im Augenblick an.

Grimm: Über eine Vermittlung wurde ich eingeladen, bei ThyssenKrupp Steel Europe in Duisburg-Hamborn auszustellen. Diese Möglichkeit habe ich wahrgenommen. Da ich aber zurzeit vier Ausstellungen gleichzeitig beschicken muss, war der Arbeitsaufwand für diese Ausstellung besonders groß.“

Gezeigt wird in den weiten und offenen Räumen des Bildungszentrums ein Überblick über das Schaffen von Alfred Grimm mit etwa 100 Einzelarbeiten.

Hier ist Platz für große Werke. Neben den schon bekannten Arbeiten aus der großen Serie „Wieder ein Vogel…“, die der Künstler mit dem verstorbenen Literaten und Lyriker Dieter G. Eberl herausgegeben hat, werden zum ersten Mal alle Objektbilder von Alfred Grimm in einer großzügigen Präsentation dargeboten. Hinzu kommen Objekte und Malerei, die noch in keiner Ausstellung zu sehen waren.

Da gibt es manch neue Sichtweisen auf das Grimm’sche Oeuvre zu entdecken.

Grimm: Die Ausstellung meiner Arbeiten findet zwar nicht in einer bedeutenden Kunstgalerie statt, aber durch die Räume des international tätigen ThyssenKrupp-Konzerns gehen jeden Tag so viele Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Interessengruppen, dass meine Arbeiten in den Monaten der Ausstellung vielseitige Beobachtungs- und Studiermöglichkeiten bieten. Das ist eine ganz große Gelegenheit der Breiten- und Tiefenstreuung. Auf die Reaktionen bin ich sehr gespannt. Der wichtigste Aspekt ist aber folgender Umstand: Da die Ausstellung bis Februar 2016 dauert und die großen Transportkisten ausgelagert sind, habe ich bis dahin in meinem Atelier viel Platz und Raum zu neuen Taten.“

Hu

Die Ausstellung

Dinslaken. Duisburg. Das Bildungszentrum der ThyssenKrupp Steel Europe AG lädt zu seiner 32. Ausstellung und Vernissage am Sonntag, 8. November ein: Zu BILD-OBJEKT-OBJEKTBILD des Dinslakener Künstlers Alfred Grimm, die bis März 2016 zu sehen sein werden. Jörg Loskill, Kunsthistoriker aus Bottrop wird in das Werk Grimms einführen. Die musikalische Begleitung übernehmen Simon Henkel und David Lagerweij mit E-Gitarre und E-Piano. Auch Alfred Grimm wird im Bildungszentrum, Franz-Lenze-Straße 70, 47166 Duisburg-Hamborn, vor Ort sein.

Die Ausstellung kann werktags von Montag bis Freitag, von 8 bis 19 Uhr besucht werden.

3. November 2015, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Kunst – so schrecklich-schön wie das Leben

Niederrhein. Unter dem Motto „Bild–Objekt–Objektbild“ stellt der Hünxer Künstler Alfred Grimm Werke im Bildungszentrum von Thyssen Krupp in Hamborn aus. Seine Arbeiten sind wie das Leben: erotisch, brutal, provozierend und natürlich.

Von Heinz Schild

Die ersten Gespräche über eine umfangreiche Einzelpäsentation von Werken Alfred Grimms bei Thyssen Krupp Steel reichen über zwei Jahre zurück. Durch die Vermittlung eines guten Bekannten erhielt er damals von dem Stahlkonzern die Einladung, in Duisburg auszustellen. Nun konnte das langfristig geplante Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. Rund 90 Werke des 72-jährigen Bruckhauseners sind in der Ausstellung mit dem Titel „Bild–Objekt–Objektbild“ zu sehen, die am Sonntag, 8. November, um 14 Uhr im Bildungszentrum von Thyssen Krupp an der Franz-Lenze-Straße 70 in Duisburg-Hamborn eröffnet wird und dann bis März 2016 dauert.

Grimm freut sich auf diese Ausstellung, da es in den weiten und offenen Räumen des Bildungszentrums möglich ist, so viele Arbeiten auszustellen, dass der Betrachter einen Überblick über das Werk des Künstlers erhält. Auch große Objekte werden dort zu sehen sein. Neben Arbeiten aus der umfangreichen Serie „Wieder ein Vogel …“, die Grimm gemeinsam mit dem 2013 verstorbenen Schriftsteller und Journalisten Dieter G. Eberl herausgegeben hat, werden zum ersten Mal alle Objektbilder – bis auf ein ausgelagertes – in Duisburg ausgestellt. Schon durch den Umfang der Präsentation ergeben sich für den ein oder anderen Besucher sicherlich neue Sichtweisen auf das Werk von Alfred Grimm. In dessen Schaffen wird bei der Eröffnung (Sonntag, 14 Uhr) Jörg Loskill, Kunsthistoriker aus Bottrop, einführen. Für die musikalische Umrahmung sorgen Simon Henkel und David Lagerwej auf der E-Gitarre und dem E-Piano.

Während der Grimm-Ausstellung finden etliche Sitzungen, Tagungen und Events im Bildungszentrum von Thyssen Krupp statt. Dort wird beispielsweise Mitte Februar nächsten Jahres der Regionalwettbewerb "Jugend forscht - Schüler experimentieren" veranstaltet. Dadurch haben auch die Teilnehmer und Besucher dieser Veranstaltungen die Möglichkeit, sich die Arbeiten des heute 72-Jährigen anzuschauen. Die organisatorische Betreuung seiner Präsentation durch Ursula Schumacher-Schreiter von Thyssen Krupp bezeichnete Grimm als „hervorragend“. Mit einem Schmunzeln denkt der Künstler daran, dass ein Sicherheitsingenieur des Konzerns beim Aufbau der Ausstellung bemängelte, dass bei einigen Elektrogeräten seiner Objekte die vorgeschriebenen Prüfsiegel fehlen würden. Aber das Problem ist inzwischen aus der Welt geschafft.

Nach dem Selbstverständnis des Künstlers sollen seine Arbeiten so sein „wie das Leben selbst“: schön und erschreckend, rein und dreckig, realistisch und romantisch, kleinlich und großzügig, erotisch und brutal, offen und geheimnisvoll, natürlich und abartig, provozierend und nachhaltig.

Alfred Grimm wurde 1943 in Dinslaken geboren und machte dort am mathematisch-naturwissenschaftlichen Gymnasium sein Abitur. Von 1964 bis 1970 studierte er an der Kunstakademie Düsseldorf unter anderem bei Prof. Karl Bobek und Prof. Josef Beuys. 1960 heiratete er Barbara Liedigk. Die Eheleute haben zwei Söhne. Grimm war viele Jahre als Kunstlehrer am Dinslakener Theodor-Heuss-Gymnasium tätig, 2005 wurde er pensioniert.

Etliche Kunstwerke von Alfred Grimm stehen im öffentlichen Raum. Von ihm stammen unter anderem das Bronzemahnmal, das an die jüdische Gemeinde in Dinslaken erinnert, die Plastik "Baustelle" vor den Dinslakener Stadtwerken sowie eine Außenplastik, die er zum 100-jährigen Bestehen der Dinslakener Firma Kaltwalzen Steinhoff schuf.

28. Oktober 2015, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Ordnung und Chaos ergänzen sich

In Januar 2013 traf der Hünxer Künstler Alfred Grimm mit dem Unternehmen Thyssen-Krupp eine Verabredung für eine Ausstellung. Am 8. November wird sie eröffnet.

Von Bettina Schack

Duisburg. Für seine Objektbilder verbaut Alfred Grimm auch schon einmal ein ganzes Fahrrad oder eine schrottreife Stoßstange. Entsprechend braucht es Platz, um diesen Aspekt des künstlerischen Schaffens des Beuys Schülers mit Wohnsitz in Hünxe zu präsentieren. Das Bildungszentrum der ThyssenKrupp Steel Europe AG in Duisburg-Hamborn bietet diese Raumsituation mit dem passenden Ambiente: „Es sind große, repräsentative Räume, dort ist Bewegung. Und es gibt hohe Wände, an die man auch Nägel schlagen darf“. Die sind auch für Grimms wuchtige Objektbilder vonnöten. Und dies ist auch ein Grund, warum sie so selten zu sehen sind: an den dünnen Schnüren von Galerieleisten lässt sich kaum ein Holzbild hängen, dessen unterer Rahmen aus einer echten Straßenbarke besteht.

Aber genau diese Art von gegenständlicher und aussagekräftiger Kunst erwartet die Besucher von Sonntag, 8. November, an bis zum März 2016. Auf Leinwand gemalte Autounfälle, deren Schrott in den Raum hinein ragt, freistehende Objekte wie der „Kiessee“, aus dem ein öltriefender Wagen gezogen wird. Verstörende, im Wortsinn sperrige Kunst, keine Spur von den freundlichen, kleinformatigen „Grimms Mädchen“, wie sie beispielsweise aktuell in der „Alles Liebe – oder was“ in Voerde zu sehen sind. „Wie sollen meine Arbeiten sein?“ fragt Grimm und gibt sich selbst eine Antwort: „Schön und erschreckend, grob und lieb, rein und dreckig, erotisch und brutal, provozierend und nachhaltig – gerade so wie das Leben selbst.“

Und wie in der Kunst Ordnung und Chaos sich harmonisch ergänzen, so war auch die Vorgeschichte dieser Ausstellung eine Kette von Fügungen. Der Feuilletonist Jörg Loskill, lernte Grimms Arbeiten für einen Artikel in dessen Atelier in Hünxe-Bruckhausen kennen und dachte beim Anblick der Objektbilder sofort an das Bildungszentrum als potenziellen Ausstellungsort. Er kannte die Räumlichkeiten von einer Reihe von Vernissagen, auf denen er die Einführungen gehalten hat. Loskill nahm Grimm zu einer der nächsten Ausstellungseröffnungen mit und es stellte sich heraus, dass Ursula Schumacher-Schreiter, die die Schauen bei Thyssen-Krupp betreut, mit dem Namen Alfred Grimm vertraut war. Sie setzte den Künstler auf die Liste für den nächsten freien Termin: zweidreiviertel Jahre vom Vorgespräch im Januar 2013 aus im Voraus!

Begeistert von der Organisation

Alfred Grimm ist von der Art und Weise, wie man bei Thyssen-Krupp Ausstellungen organisiert, begeistert. „Nicht einmal um den Transport der großen Objektbilder brauche ich mich zu kümmern, es wird alles vom Atelier abgeholt“. In den Räumen selbst wird eine Vielzahl der unterschiedlichsten Menschen Begegnungen mit der Kunst von Alfred Grimm haben: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Unternehmens, aber auch Teilnehmer von Sitzungen und Tagungen.

Im Februar 2016 findet im Bildungszentrum der Regionalwettbewerb „Jugend forscht – Schüler experimentieren“ statt. Und selbstverständlich ist der Ausstellungsort für jeden Kunstinteressierten montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr zugänglich.

JÖRG LOSKILL SPRICHT ÜBER DIE KUNSTWERKE

Nun ist es also endlich soweit, am 8. November um 14 Uhr wird Jörg Loskill als Kunsthistoriker in den Räumen auf der Franz-Lenze-Straße 70 über die Werke von Alfred Grimm sprechen.

Und bei diesen handelt es sich in der Ausstellung „Bild – Objekt – Objektbild“ wie der Titel schon sagt, nicht nur um eine umfassende Schau sämtlicher, teils noch nie gezeigter Objekt-Bilder und Großobjekte, sondern auch um die Bildserie „Wieder ein Vogel…“, die Alfred Grimm mit dem verstorbenen Literaten und Journalist für die NRZ Dinslaken Dieter G. Eberl herausgegeben hat.