Baustelle

6. November 2002, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Skulptur steht jetzt an der Gerhard-Malina-Straße

Grimms Kunstgriff: „Baustelle“ zog um

DINSLAKEN. Die Knochen hatte Alfred Grimm bereits am Freitag fortgeschafft. Gasmaske und Stahlhelm des „toten Soldaten“ auch. Gestern folgte der Rest der „Baustelle“. Mit Hammer und Meißel rückte der Künstler seinem Werk zu Leibe, schlug zu, dass der Beton nur so spritzte. Was unwissende Passanten leicht als Zerstörungswut hätten missdeuten können, waren Lockerungsübungen. Gestern Mittag schlug die Stunde des Baggers: Grimms „Baustelle“ kam an den Haken. Ein Lastwagen brachte das Kunstwerk, das zum Dinslakener Skulpturenweg gehört zur Gerhard-Malina-Straße. Vor dem Eingang der Stadtwerke bekam es einen neuen Platz. Im nächsten Jahr soll es in Bronze gegossen werden.

Klaus Haverkämper, Erster Beigeordneter der Stadt Dinslaken, bekam von dem „Umzug“ nichts mit. Er hatte Urlaub, war offensichtlich nicht zu Hause. Gut so. Der Anblick eines zentnerschweren Findlings in einer bedrohlich nah vor seinem Wohnzimmerfenstern schwingenden Baggerschaufel hätte ihm nicht gefallen. Übereifrige Mitarbeiter der von den Stadtwerken beauftragten „Umzugsfirma“ hatten nicht nur die hölzerne Verschalung des Kunstwerkes aus dem Erdreich gerissen, sondern auch noch einen stattlichen Stein ausgebuddelt und aufgeladen. Den wachsamen Augen von Kulturamtsleiter Klaus Dieter Graf war das nicht entgangen. Die Baggerschaufel musste erneut zupacken. Das „städtische Eigentum“ wurde ein zweites Mal haarscharf an der Fensterfront vorbei balanciert und plumpste schließlich zurück an seinen angestammten Platz.

Ein Jahr ist es her, dass Alfred Grimm seine „Baustelle“ ausgehoben hat. Dank des Sponsorings der Stadtwerke Dinslaken hat die durch Vandalismus stark gelittene und restaurierungsbedürftige Arbeit nun nicht nur einen festen Standort. Sie markiert zugleich einen Brückenschlag des Skulpturenweges in Richtung Lohberg. RALF SCHREINER

17. November 2001, NRZ » Originalartikel öffnen

Mindestens vier Monate Bauzeit

SKULPTURENWEG / Gestern begann der Bruckhausener Alfred Grimm mit dem Aufbau seines Kunstwerkes, das den Titel „Baustelle“ trägt. Insgesamt werden acht Objekte in Dinslaken ausgestellt.

MICHAEL SCHWARZ

DINSLAKEN. Noch als reale Baustelle präsentierte sich gestern das Kunstobjekt „Baustelle“ von Alfred Grimm in der Althoffstraße. Es ist nach dem am Mittwoch am Rathausturm angebrachten Relief „Schicksalslandschaften“ des Dortmunder Künstlers Robert Kaller das zweite Kunstwerk des Skulpturenweges, dass in dieser Woche öffentlich wird. Bekanntlich wird die von Angela und Detlef Borowski initiierte Ausstellung mit insgesamt acht ganz unterschiedlichen Arbeiten am 2. Dezember eröffnet und bis März zu sehen sein.

Das Installieren der „Baustelle“ erwies sich aber durchaus als problematisch, denn beim Einlassen in die vorgesehene Rabatte stellte sich hartnäckiger Beton in den Weg. Da das Objekt aus Holz und Metall von Alfred Grimm und seinem Helfer Markus Ceh zuvor in Bruckhausen auf die genauen Maße von ca. 3,50 × 1 Meter vorgefertigt worden war, verzögerte sich das Einlassen in die Erde. Unter Mithilfe der Mitarbeiter des Baubetriebsamtes wurde dieses Problem schließlich gelöst.

In der nächsten Woche wird das Innere der „Baustelle“ ausgehoben und mit Beton verfestigt. „Wer Alfred Grimm kennt, weiß aber, dass er nicht einfach nur eine Baustelle aufstellt,“ verspricht der Künstler weitere Details, die er in Kürze hinzufügen wird. Zudem soll das Werk noch beleuchtet werden.

Wie er denn auf die Idee gekommen sei, ausgerechnet eine Baustelle als Kunst zu präsentieren, kann Grimm selbst nicht mehr so genau nachvollziehen. Vielleicht, weil es in Dinslaken immer sehr viele Baustellen gäbe und sie damit ja auch etwas typisches für die Stadt seien.

17. November 2001, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Skulpturenweg, Station Althoffstraße: „Baustelle“

Alfred Grimm und das Geheimnis in der Grube

DINSLAKEN. Manche Baustellen bergen ein Geheimnis. Die von Alfred Grimm zum Beispiel ist nicht das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheint. Die kleine Baugrube, die der Hünxer Künstler gestern auf der Althoffstraße – direkt vor der Haustür des Ersten Beigeordneten Klaus Haverkämper – ausgehoben hat, ist etwas Besonderes: Grimms Beitrag für den Dinslakener Skulpturenweg. „Die Arbeit ist nach ihrer inhaltlichen und formalen Gestaltung eine richtige Baustelle mit typischen Materialien wie Brettern, einem Sandhaufen, Balken, eiserner Absperrung, Arbeitsgerät“, erklärt Grimm und betont, dass er sich die kleine Grüninsel nicht ausgesucht habe. Der Standort sei ihm von der Galerie „kompromißlos“ zugewiesen worden sei. So weit, so gut – doch was macht Grimms 5,50 Meter lange und 1,60 Meter tiefe Baustelle zum Kunstobjekt?

Da lächelt der Künstler, schweigt zunänchst und spricht schließlich in Rätseln. Manchmal finden Bauarbeiter in der Erde die eigentümlichsten Dinge, erzählt Alfred Grimm. Vielleicht tauche ja auch in seiner Baugrube noch irgendetwas auf, das nur mit einer dünnen Erdschicht bedeckt war und dennoch von niemandem entdeckt wurde oder vielleicht auch nicht entdeckt werden wollte? Sp;auml;testens am 2. Dezember lüftet der Künstler das Geheimnis. Und damit auch bei Dunkelheit alle sehen können, was es ist, wird er es bei Einbruch der Dunkelheit in kaltes, blaues Licht tauchen. ras