Unsere Arche

23. April 1992, Rheinische Post

Grimms Objektfenster in der Bruckhausener Kirche „Unsere Arche“ eingesetzt

Zwischen Fliegendraht, Kohle und Blitzen die Welt entdecken

Von Ralf Schreiner

Hünxe-Bruckhausen. Alfred Grimm liebt Aufträge, die ihn inspirieren, ohne seine künstlerische Freiheit einzuschränken. Aufträge wie beispielsweise das Fenster, das er für den Altarraum der evangelischen Kirche „Unsere Arche“ in Hünxe-Bruckhausen geschafften hat. Es ist ein Objektfenster. Das Besondere, in der europäischen Glaskunst bislang wohl Einzigartige an diesem aus 42 Einzelfeldern bestehenden Werk, ist seine raumgreifende Wirkung.

Der Künstler hat das traditionelle Glasfenster konsequent erweitert und sich in die dritte Dimension vorgewagt. Er hat vorwiegend in den unteren beiden Fensterzonen Objekte eingefügt, die formal wie inhaltlich die Aussage des Bildes als Silhouette und Gegenstand verstärken.

Beil und Pistole

Kohlebrocken und Kleiderbügel, Röntgenbilder, eine Brille, Fliegendraht und Kaninchengitter, Schachfiguren, eine Pistole, ein Beil und das Chassis eines Fernsehgerätes. Alltagsmüll, Strandgut aus dem täglichen Leben, arrangiert, komponiert zu einem aufregenden und faszinierenden Ganzen. Gestern wurde das Fenster eingesetzt. Am Sonntag, 26. April, wird es um 10.30 Uhr im Rahmen eines Festgottesdienstes eingeweiht.

Was oberflächlich betrachtet als bloße Provokation erscheinen mag, ist tatsächlich Grimms künstlerische Ausformung christlicher und weltlicher Gegebenheiten als theologisches Programm. Anknüpfungspunkt ist die Noah-Geschichte im Alten Testament. Über den Namen der Kirche „Unsere Arche“ stellt der Künstler den direkten Bezug her.

Die Schöpfung retten

Die Bewahrung des Lebens, die Rettung der Schöpfung auf der einen Seite, ihre Gefährdung und Vernichtung auf der anderen. Im linken Flügel überwiegen helle, frische, leuchtende Farben. Ein Vogelschwarm fliegt über grüne Bäume. Man sieht Häuser und gelbe Felder, verfolgt einen Regenbogen, der in den Himmel hineinwächst und den Blick auf eine weiße Taube lenkt, die Heiliger Geist und zugleich Friedenssymbol und von Noah ausgesandter biblischer Kundschafter ist. Hier ist der Mensch mit der Natur in Einklang. Der rechte Flügel bildet dazu einen scharfen Kontrast. Hier herrschen dunkle, trübe Erdfarben vor. Schwarze Wolken stehen am Himmel, grelle Blitze zucken, ein Gewitter zieht auf. Gequälte Natur, die Welt in Gefahr, die Menschen am Abgrund.

Trotz der differenzierten Farbigkeit und der oft starken Kontraste bleibt der Gesamteindruck stimmig. Farbflächen und -bänder ziehen den Blick über die Einzelelemente hinaus über das gesamte Fenster. Optische, eindeutige Zeichen leiten das Auge. Bäume, Industurieschlote, Siebdrucke von Autos, das Portrait von Pfarrer Pulla, Kreuze aus Glas, ein mullumwickeltes Kruzifix. Sie erweitern die Strukturbildung des Bleirutenmusters ebenso wie die durchscheinenden Rasterbleche oder die mit Messingdrähten an den Bleiruten festgelöteten Gegenstände. Der Fernseher etwa, der eine Collage aus bluttriefenden Zeitungsschlagzeilen vom Kriegsgeschehen am Golf sendet, die kleinen Glas-Container, die mit Mais, Ähren, Fliegen, Wespen und Mäusen gefüllt sind, mit Pflanzen, die auf den Feldern vor der Kirche wachsen und Tieren, die dort leben.

Wolkenspiel

Durch die Kombination von Gebrauchs- und Industriegläsern mit edlen, antiken, mundgeblasenen Gläsern bleibt für die Gemeinde der Blick auf die gewachsene, sich in der Tages- und Jahrezeit verändernde Natur frei. Man schaut auf eine Pappelreihe, sieht den bewegten Himmel, das Spiel der Wolken. Die Kirche hat einen Raum für sich, verliert aber nicht den Blick für die Außenwelt, für die sie mitverantwortlich ist. Der Künstler transportiert Weltlichkeit und damit Wirklichkeit in die Kirche hinein. Er fordert die Gemeinde zum Dialog auf, regt die Phantasie des Betrachters an, bewegt Herz und Verstand und bringt ihn über das bloße Schauen zum Denken. Alfred Grimms Objektfenster ist der Beweis dafür, daß das Inszenieren heiler Welten mittels künstlerischer Ausdrucksmittel einer modernen Kirche nicht mehr genügen kann.

Sein radikaler Bruch mit der Tradition weist daraus nicht nur neue Wege in der europäischen Glasmalerei. Der Einbau dieses Fensters ist auch ein mutiges Sig. Die Kunst der Gegenwart darf nie länger draußen vor der Kirchentür bleiben. Ihr Platz ist in der Kirche, mitten unter den Menschen.

27. Juli 1991, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Kirchenfenster-Entwurf für Bruckhausener „Arche“ ist fertig/ Alfred Grimm lädt Gemeinde ins Atelier ein:

Friedenstaube schwebt über Kohlebrocken

Von RALF SCHREINER

HÜNXE-BRUCKHAUSEN. Scheibenwischer und Kohlebrocken, Flaschen und Kabel, Brillen, Maschinenteile, Schachfiguren und Modellautos – und über allem leuchtet ein Regenbogen, ziehen dunkle Wolken, zucken grelle Blitze. Das neue Fenster, das künftig den Altarraum der evangelischen Kirche „Unsere Arche“ in Bruckhausen schmücken soll, ist ein Abenteuer, mutig und faszinierend zugleich. Geistiger Vater dieser einzigartigen Arbeit ist der Künstler und Kunsterzieher Alfred Grimm.

Der Bauausschuß der Evangelischen Kirche im Rheinland war von der ungewöhnlichen Interpretation Grimms ebenso begeistert wie Gemeindepfarrer Gerhard Pulla. Nach mehr als zweijähriger Planung ist der Entwurf für das aus 42 Einzelfeldern bestehende Werk jetzt im Maßstab eins zu eins fertiggestellt. Morgen haben Gemeindemitglieder ab 11.30 Uhr Gelegenheit, ihn im Atelier des Künstlers, An den Höfen 13, aus nächster Nähe zu betrachten.

Nächtelang gearbeitet

„Ich habe nächtelang daran gearbeitet“, erzählt Alfred Grimm. Auf die Reaktion der Gemeinde ist er gespannt. Die Gemeindemitglieder sollen Einblick und Vertrauen in das Fenster gewinnen. Und dafür, so Grimm, sei diese erste Entstehungsphase die beste Möglichkeit.

Alltagsmüll in einem Kirchenfenster? Strandgut aus dem täglichen Leben als Schmuck für einen Chorraum? Grimms Werk wirft Fragen auf. Antworten lassen sich wie bereits bei den Kruzifix-Objekten des Künstlers nur in der intensiven Auseinandersetzung mit dem Gezeigten finden. Was auf den ersten Blick als bloße Provokation erscheinen mag, ist in Wirklichkeit die künstlerische Gestaltung von christlichen und weltlichen Gegebenheiten als theologisches Programm. Und in diesem Programm findet sich ein direkter Bezug zur Noah-Geschichte: Leben bewahren – gefährdetes Leben.

Das linke Fenster wird in hellen, frischen und leuchtenden Farben gearbeitet. Es zeigt Regenbogen und Landregen, eine Friedenstaube, den arbeitenden Menschen, das liebevolle Umgehen mit Natur und Mensch, „all das, was in unserer Welt von der christlichen Theologie her positiv einwirkt“, so der Künstler.

Das rechte Fenster bildet dazu einen scharfen Kontrast. Hier herschen dunkle, abgetönte Erdfarben vor. Die erhellenden Lichtbahnen sind grell und zuckend. Es zeigt die Welt in Gefahr, die Menschen am Abgrund. Unkonrollierte Industrie, Umweltzerstörung, „subjektives, verderbliches Ausleben egoistischer Beziehungen“, erklärt Alfred Grimm.

Blick ins Freie

Das traditionelle Glasfenster wird hier konsequent erweitert. Bild und Objekt werden kombiniert. Strukturbildende, auch farbige Dinge greifen als Silhouette und als Gegenstand vor dem Fenster reliefartig in den Raum. Nicht nur edle, antike und mundgeblasene Kunstgläser finden Verwendung. Äußerst großzügig arbeitet Grimm Gebrauchs- und Industriegläser mit ein. Auch dies geschieht, um einen Bezug zum täglichen Leben herzustellen. Der Blick auf die gewachsene, in der Tages- und Jahreszeit sich ändernde Natur, auf Einflüsse des Wetters und des Lichtes bleibt erhalten. Die Kirche hat so zwar ihren Raum für sich, verliert aber nicht den Blick für die Welt, für die sie verantwortlich ist.

Der Verzicht auf Opakglas hat noch einen anderen Vorteil: Er verbilligt den Herstellungsprozeß. Die Ausführung der Arbeit wird die auf Kirchenfenster spezialisierte Firma Derix aus Kevelaer übernehmen.

An den Kosten für das „Arche“-Fenster muß sich die Gemeinde mit 10 000 Mark beteiligen. Die Bruckhausener hoffen auf großzügige Spender. Ein genauer Termin für das Einsetzen des Fensters steht noch nicht fest. Alfred Grimm: „Wahrscheinlich im Spätherbst.“

27. April 1992, NRZ

Festgottesdienst ließ Bruckhausens „Arche“ aus den Nähten platzen

Als die Sonne durchs neue Fenster schien, leuchtete der Kirchenraum in vielen bunten Farben hell auf

Zur Einweihung sang die evangelische Gemeinde: „Unter Gottes Regenbogen“

Von Peter Neier (Text) und Eduard Behrendt (Fotos)

Hünxe-Bruckhausen. „Heute ist ein Festtag für unsere Gemeinde. Das lange Warten hat sich gelohnt, den was vier Jahre gedauert hat, ist gut geworden.“ Mit diesen Worten begrüßte Pfarrer Gerhard Pulla gestern morgen seine Gemeindemitglieder in der voll besetzten evangelischen Kirche „Unsere Arche“ in Bruckhausen. Auch Vertreter von Rat und Verwaltung waren gekommen, um dem Festgottesdienst zur Einweihung des neuen Kirchenfensters beizuwohnen. Und als Bürgermeister Reinhold Peters und die vielen Kinder das letzte Tuch des verhangenen Kunstwerkes herunterzogen, strahlte die Frühlingssonne durch das bunte Glasmosaik und erleuchtete den Kirchenraum wie durch einen Regenbogen.

„Dieses Objektfenster soll zur Meditation anregen und Anstöße zum Nachdenken geben“, wies Pfarrer Pulla auf dessen Funktion und Wert für heute und die kommenden Zeiten hin. Dann trat eine lange Stille ein. Nachdenklich, hier und da miteinander tuschelnd, betrachteten die Kirchenbesucher das bunte Allerlei.

Da ist der linke Fensterflügel: Hier präsentiert sich der Mensch mit der Natur im Einklang. Ein Vogelschwarm zieht über grüne Bäume und Felder, überstrahlt vom leuchtenden Regenbogen, in dessen Zenit sich eine weiße Friedenstaube in den Himmel reckt, gemalt in hellen und frischen Farben. Dort der rechte Fensterflügel: Hier überwiegen die dunklen, trüben Erdfarben. Schwarze Wolken und grelle Blitze verdeutlichen: Der Mensch bewegt sich am Abgrund entlang, die Welt ist in Gefahr.

Doch das Bild bleibt stimmig. Farben und Konturen gehen ineinander über, verschwimmen. Hünxes Künstler Alfred Grimm hat ein Meisterwerk geschaffen. Jedes der 42 Einzelfelder, unter der Leitung von Hein Derix und Werner Heymann von 35 Mitarbeitern in Kevelaers Werkstätten für Glasmalerei kunst- und mühevoll zusammengesetzt, schildert Episoden aus dem menschlichen Leben, komponiert zu einem faszinierenden Ganzen.

Da sieht man Schachfiguren und Fliegendraht, Kohlebrocken und Kleiderbügel, Röntgenbilder und Alltagsmüll, Kaninchengitter und einen Fernseher, der vom Golfkrieg berichtet. Hier Gefährdung und Vernichtung, dort Bewahrung des Lebens, Rettung der Schöpfung. Alles angelehnt an die Geschichte von Noah und seiner Arche aus dem Alten Testament.

„Als mich Pfarrer Pulla am 7. März 1988 fragte, ob ich den Entwurf für ein Objektfenster erstellen könnte, habe ich sofort zugesagt“, erzählt Alfred Grimm. „Ich wollte das spannende Leben auf dieser Welt schildern, von Mensch und Tier, in Freude und Leid.“ In seiner Predigt hob Pfarrer Pulla noch einmal die drei wichtigsten Zeichen des Objektfensters hervor: den Regenbogen als Zeichen des Bundes zwischen Gott und den Menschen, das Kreuz als Erinnerung an Jesus Christus, den Retter der Welt, und die Taube als Zeichen für den Geist, der lebendig macht und der Welt den Frieden bringt.

Mit dem Lied „Unter Gottes Regenbogen“ und seinem Gedanken „Die Lebendigkeit dieses Fensters sollte uns anstecken, wenn wir hinaus- und nach Hause gehen. Der Friede Gottes regiere unsere Herzen“, schloß Gerhard Pulla einen bewegenden Gottesdienst.

09. Oktober 1993, Rheinische Post

Kirchenfenster in Hünxe ein Kunst-Objekt / „Kinder kapieren das“

Maiskörner für die Reise in eine andere Welt

Von Manfred Bade

Die Kirche „Unsere Arche“ mit der verschrumpelten Maus im Fenster entwickelt sich zum Wallfahrtsort. Vor allem Kinder pilgern in Scharen in das evangelische Gotteshaus in Hünxe-Bruckhausen. In ein durchsichtiges Kästchen gebettet prangt der tote Nager auf klarem Glas; für die lange Reise in und durch eine andere Welt liegen neben ihm goldgelbe Maiskörner. Auch der Gemeinde gibt das Objektkirchenfenster des Beuys-Schülers Alfred Grimm einiges zu knabbern. Verabeitet sind darin neben dem Tier nämlich – um nur einiges zu benennen: Flachmänner, Fixerbesteck, Zahnputzbecher mit dazugehöriger Bürste, Kleiderbügel, Autoscheibenwischer, Medikamente, Pistole, fotografierte und als Siebdruck aufgepreßte sterbende Kinder, Fernsehbildschirm, Zeitungen, Werkzeuge, Tennisschläger, Kreuze, Ketten, Schachfiguren und ein Vogelkäfig.

„Dinge des täglichen Lebens halt“, merkt der Künstler an und liest laut den ebenfalls integrierten Vers, Korinther 13: „Wenn ich mit Menschen- und mit Engelszungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle. Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so dass ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts. Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nicht nütze.“

Halber Zahnputzbecher

Der halbe Zahnputzbecher haftet an einem Spiegel. So wird er ganz. „Türkei bombadiert Kurdenstellungen“, „Es ist Krieg“, „Fünf Jahre nach der Reaktorkatastrophe immer mehr Todesfälle im verseuchten Gebiet“ lauten die Überschriften, die dem Betrachter aus einem Fernsehbildschirm entgegenschlagen. Wegen der sterbenden Kinder hatte Grimm einen Aufstand befürchtet. Sie sind deshalb so angebracht, daß sie nur von wenigen Plätzen aus wahrgenommen werden können. „Wer das nicht sehen will, braucht es auch nicht.“

Das Kunstwerk, an dem Alfred Grimm ein gutes Jahr lang intensiv gearbeitet hat, ist ein „demokratisches Kirchenfenster“. Bevor er in seinem Atelier den Entwurf in Originalgröße anfertigte, der dann von der Kevelaerer Firma Hein Derix in mühevoller Kleinarbeit auf die zahlreichen in Blei eingefaßten „Scherben“ übertragen wurde, hat der Künstler die Gemeindemitglieder gefragt: „Was würdest Du gerne aus deinem Bereich darin untergebracht sehen?“

Nicht ohne Genugtuung erzählt der Kunsterzieher von jener Frau, die nach einem Gottesdienst froh feststellte: „Wenn ich hier bin, dann fühle ich mich zu Hause.“ Was der Kirche denn besseres passieren könne als eine wechselseitige Durchdringung mit der Welt, fragt er. „Die Kinder kapieren das sofort.“ Einige Erwachsene dagegen hätten, nachdem im Zuge umfangreicher Restaurierungsarbeiten die Entscheidung zugunsten des in Europa wohl einzigartigen Objekt-Fensters gefallen sei, gedroht, dem Gottesdienst von nun an fernzubleiben. „Inzwischen kommen sie aber wieder“, sagt Gemeindepfarrer Gerhard Pulla mit einem Augenzwinkern. Einige neue Schäfchen gebe es auch.

„Unsere Arche“

Scheint die Sonne in „Unsere Arche“, wirft sie das Muster des Fensters, das eine von einem Regenbogen und einem Gewitter überhangene Landschaft mit Ackerbau, Industrie und Straßenverkehr zum Motiv hat, in seiner ganzen Farbenpracht auf den kühlen Steinfußboden. Auch Grimm ist sicher, mit seiner Arbeit unter kunsthistorischen Gesichtspunkten auf festem Boden zu stehen. „Die Künstler haben doch schon immer Dinge ihrer jeweiligen Zeit in ihre Werke aufgenommen“, sagt er. Schließlich seien sie Beschreiber und Gestalter ihrer Gegenwart. Sein mit Scheiben aus Arztpraxen, Terrassentüren und Toilettenräumen bestücktes Kirchenfenster stehe daher der Blasphemie ebenso fern wie der berühmte Isenheimer Altar, in dessen Mittelteil die Madonna mit einem Nachttopf versehen sei. „Man kann ja nicht historisch glauben. Entweder glaube ich – oder nicht.“

15. Mai 1999, NRZ » Originalartikel öffnen

Kirchturmspitze wird mit einer Arche gekrönt

Festgottesdienst am 1. Pfingstfeiertag

Bruckhausen. Seit ihrer Einweihung vor genau zehn Jahren hat die Ev. Kirche „Unsere Arche“ am Danziger Platz in Hünxe-Bruckhausen immer wieder festliche Höhepunkte erlebt, die der Gemeinde als Anlaß zur Freude und Dankbarkeit dienten. Mal waren es die von Alfred Grimm entworfenen Kirchenfenster, die längst über Bruckhausen hinaus bekannt und bewundert wurden, mal war es eine neue Orgel. Am Sonntag, 23. Mai (1. Pfingstfeiertag), wird die Kirche jetzt durch eine Kirchturmspitze gekrönt. Mit einem Festgottesdienst ab 10.30 Uhr soll die Vollendung des Kirchturmes feierlich begangen werden.

Spöttische Zeitgenossen meinten bisher oft „Der Turm sieht etwas nackt und unfertig aus“ und hatten damit recht. Dank der Spendenfreudigkeit der Bruckhausener Gemeindemitglieder ist hier nun für Abhilfe gesorgt. Bei der neuen Kirchturmspitze handelt es sich um einen Entwurf von Alfred Grimm. Er zeigt die Arche mit einer Taube an Bord.

Die Herstellungskosten über 8000 Mark haben die Gemeindemitglieder, vor allem Gemeindekreise und Gruppen, „in Rekordzeit“ aufgebracht, wie von Pfarrer Matthias Schütte zu erfahren war. Nicht zufällig wurde das Pfingstfest als der „Geburtstag der Kirche“ für dieses Ereignis gewählt.

Mitgestaltet wird der Festgottesdienst von Pfarrer Gerd Pulla (dem früheren Bruckhausener Gemeindepfarrer), dem ein erheblicher Anteil am Bau und der heutigen Gestaltung „Unserer Arche“ zuzuschreiben ist. Zu den weiteren Mitgestaltern gehört neben Pfarrer Matthias Schütte der Bruckhausener Kirchenchor, der eigens zu diesem Anlaß die Kantate „Die Arche – unser Haus“ von Christian Noetzel (Text: K. Rose) aufführen wird.

Im Anschluß an den Gottesdienst sind die Besucher zu einem kleinen Empfang eingeladen, bei dem auch für das leibliche Wohl gesorgt ist.

mr.

15. Mai 1999, Rheinische Post » Originalartikel öffnen

Grimm setzt der Kirche die Spitze auf

Aufbau der Turmkrone an Pfingsten / 8000 Mark „in Rekordzeit“ gesammelt

HÜNXE-BRUCKHAUSEN. Seit zehn Jahren hat die Evangelische Kirche „Unsere Arche“ in Hünxe-Bruckhausen immer wieder festliche Höhepunkte erlebt. Mal waren es die von Alfred Grimm entworfenen Kirchenfenster, mal eine neue Orgel. Am ersten Pfingstfeiertag wird nun die Kirche durch eine Kirchturmspitze gekrönt.

Mit einem Festgottesdienst soll an diesem Tag (Beginn 10.30 Uhr) die Vollendung des Kirchturms feierlich begangen werden. Bei der neuen Turmkrone handelt es sich um einen Entwurf von Alfred Grimm. Er zeigt die Arche mit einer Taube an Bord. Die Herstellungskosten wurden auf 8000 Mark veranschlagt. Die Gemeindemitglieder haben diese Summe „in Rekordzeit“ aufgebracht, meinte Pfarrer Matthias Schütte. Nicht zufällig wurde das Pfingstfest als der „Geburtstag der Kirche“ für dieses Ereignis gewählt. Mitgestaltet wird der Festgottesdienst von Pfarrer Gerd Pulla, dem früheren Bruckhausener Gemeindepfarrer. Ihm ist ein erheblicher Anteil am Bau und der heutigen Gestaltung „Unserer Arche“ zuzuschreiben.

Zu den weiteren Mitgestaltern gehört neben Pfarrer Schütte der Bruckhausener Kirchenchor, der zu diesem Anlaß die Kantate „Die Arche – unser Haus“ aufführen wird. Im Anschluß an den Gottesdienst sind Besucherinnen und Besucher zu einem kleinen Empfang eingeladen.